Der März war kein guter Monat für Gold-Anleger — und doch endet er mit einem bemerkenswerten Signal. Während der S&P 500 seine fünfte Verlustwoche in Folge verbuchte und der Nasdaq-100 offiziell in Korrektursphäre abrutschte, legte Gold zu. Die Entkopplung vom Aktienmarkt ist das eigentliche Thema dieser Woche.

Liquiditätskrise überwunden?

Wochenlang hatte Gold einen schlechten Dienst erwiesen: Statt als sicherer Hafen zu fungieren, wurden Positionen liquidiert, um Margin Calls in anderen Portfolioteilen zu bedienen. Dieser Zwangsverkauf durch institutionelle Anleger drückte den Preis zeitweise rund 18 Prozent unter das Allzeithoch vom Januar. Am Freitag kletterte die Notierung bis auf 4.552 US-Dollar je Unze — ein deutliches Lebenszeichen. Die Phase der Liquiditätsnot scheint vorerst abgeschlossen.

Gegenwind aus zwei Richtungen

Das makroökonomische Umfeld bleibt belastend. Der Terminmarkt preist inzwischen keine einzige Fed-Zinssenkung mehr für 2026 ein — erste Lockerungen gelten laut CME FedWatch erst ab Ende 2027 als realistisch. Gleichzeitig notiert der US-Dollar-Index auf dem höchsten Stand seit Ende 2022, was Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer macht.

Dass das Metall dennoch Käufer findet, erklärt sich vor allem geopolitisch. Berichte über eine drohende Blockade der Straße von Hormuz haben die Inflationssorgen weltweit neu entfacht. Zentralbanken und institutionelle Anleger nutzten die tieferen Kursniveaus offenbar für strategische Zukäufe — die physische Nachfrage blieb stabil, während der Futures-Markt für die Kurskapriolen sorgte.

Arbeitsmarktdaten als nächster Test

Trotz der Erholung liegt Gold noch knapp zehn Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von rund 4.982 US-Dollar — der Weg zurück ist weit. Die US-Arbeitsmarktdaten der kommenden Woche dürften den nächsten Richtungsimpuls liefern: Zeigen sie einen robusten Jobmarkt, steigt der Druck auf die Fed, die Zinsen länger hochzuhalten — und damit auf Gold.