Gold: Gutes Zeichen!

Der Goldpreis korrigiert vom Allzeithoch, wird aber strukturell durch historisch hohe Zentralbankkäufe gestützt. Banken wie J.P. Morgan sehen weiteres Aufwärtspotenzial bis 6.300 US-Dollar.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Gold korrigiert um zehn Prozent vom Allzeithoch
  • Zentralbanken kaufen seit Jahren über 1.000 Tonnen
  • Chinesische Notenbank führt Käufe seit 16 Monaten an
  • J.P. Morgan prognostiziert 6.300 Dollar bis Ende 2026

Der Goldpreis kämpft mit einem starken US-Dollar und nähert sich der psychologisch wichtigen Marke von 5.000 US-Dollar je Unze. Vom Allzeithoch bei 5.595 Dollar, erreicht am 29. Januar 2026, hat das Edelmetall rund zehn Prozent korrigiert. Was wie Schwäche aussieht, erzählt bei näherer Betrachtung eine andere Geschichte.

Zinspolitik belastet, Strukturwandel stützt

Die Fed bleibt der kurzfristige Belastungsfaktor. Laut CME Group rechnen derzeit 95,6 Prozent der Marktteilnehmer mit unveränderten Zinsen im März — eine Zinssenkung gilt mit 4,4 Prozent Wahrscheinlichkeit als nahezu ausgeschlossen. Solange die „Higher-for-Longer“-Politik anhält, bleibt das Aufwärtspotenzial vorerst begrenzt.

Allerdings hat Gold in den Jahren 2024 bis 2026 ein altes Paradigma widerlegt: Das Edelmetall erzielte Allzeithochs, obwohl die Fed die Zinsen hochhielt. Das Muster dahinter sind Zentralbankkäufe in historisch beispiellosem Ausmaß. 2024 kauften Notenbanken weltweit 1.086 Tonnen Gold — das dritte Jahr in Folge mit einer Nachfrage von über 1.000 Tonnen. 2025 lagen die Käufe bei knapp 900 Tonnen.

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Angeführt wird diese Bewegung von der Peoples Bank of China, die ihre Goldkäufe auf 16 aufeinanderfolgende Monate ausgedehnt hat und inzwischen berichteten Angaben zufolge 2.308 Tonnen hält. Schwellenländer wie Malaysia und Usbekistan sind diesem Trend gefolgt. Das Motiv dahinter ist strategisch: Diversifikation weg vom US-Dollar, weg vom Gegenparteirisiko von Fiat-Währungen.

Geopolitik liefert Prämie, aber keine Rallye

Der Nahost-Konflikt zeigt, wie begrenzt der klassische Safe-Haven-Effekt mittlerweile greift. Nach dem Beginn der US-israelischen Militäroperationen gegen Iran am 28. Februar stieg Gold von 5.296 auf 5.423 Dollar — um anschließend um mehr als sechs Prozent auf 5.085 Dollar zu fallen. Seitdem hat sich der Preis trotz anhaltender Spannungen nicht nachhaltig erholt. Wiederauflebende Inflationssorgen überlagern den Flucht-in-Sicherheit-Reflex.

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Das Risiko einer Eskalation rund um die Straße von Hormus dürfte dem Preis eine gewisse Risikoprämie erhalten — ein nachhaltiger Preistreiber ist die Geopolitik derzeit jedoch nicht.

Banken sehen Potenzial bis 6.300 Dollar

J.P. Morgan prognostiziert einen Goldpreis von 6.300 US-Dollar je Unze bis Ende 2026 und stützt diese Einschätzung auf eine anhaltend starke Nachfrage von Investoren und Zentralbanken von rund 585 Tonnen pro Quartal. Hinzu kommen erwartete ETF-Zuflüsse von rund 250 Tonnen sowie eine Barren- und Münznachfrage von über 1.200 Tonnen jährlich. Die Deutsche Bank hält an einem Jahresziel von 6.000 Dollar fest.

Die aktuelle Konsolidierung erscheint vor diesem Hintergrund als Atempause in einem strukturell intakten Aufwärtstrend — getragen von einem Nachfragesockel, der sich seit 17 aufeinanderfolgenden Jahren netto-positiver Zentralbankkäufe aufgebaut hat.

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Diskussion zu Gold

Über Dieter Jaworski 1963 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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