Gold: Kann das gutgehen?

Gold fällt auf Wochensicht um drei Prozent, belastet durch hohe Zinsen und steigende Ölpreise trotz geopolitischer Krisen.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Gold fällt unter 4.700 Dollar
  • Hohe Zinsen belasten Edelmetall
  • Rekordabflüsse aus Gold-ETFs
  • Asiatische Käufe kompensieren Verkäufe

Vom Rekordhoch zum Wochenverlust: Gold hat in wenigen Monaten eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen. Nach dem Januar-Hoch von 5.400 US-Dollar je Feinunze notiert das Edelmetall am Freitag bei rund 4.672 Dollar — ein Wochenminus von etwa drei Prozent.

Geopolitik treibt Zinsen, nicht Gold

Das klingt paradox: Eskalation in der Straße von Hormus, Spannungen im Nahen Osten, geopolitische Unsicherheit auf mehreren Fronten — eigentlich ideales Umfeld für Gold als sicheren Hafen. Der Mechanismus dreht sich hier jedoch um. Die anhaltenden US-Iran-Spannungen treiben den Ölpreis der Sorte Brent über 100 Dollar pro Barrel. Höhere Energiekosten befeuern die Inflation — und das erhöht den Druck auf die US-Notenbank, die Zinsen hochzuhalten oder sogar weiter anzuheben.

Gold wirft keine Zinsen ab. In einem Umfeld hartnäckig hoher Zinsen verliert das Edelmetall gegenüber verzinsten Anlagen an Attraktivität — ein struktureller Nachteil, der kurzfristig stärker wiegt als geopolitische Schutzfunktion.

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Die Hoffnung auf Entspannung verpuffte schnell. Mitte der Woche kletterte Gold kurzzeitig über 4.750 Dollar, nachdem Trump eine Waffenruhe mit dem Iran verlängert hatte. Dann scheiterten die Pläne für eine zweite Verhandlungsrunde. Israels UN-Gesandter erklärte am Freitag, eine Verlängerung des Libanon-Waffenstillstands sei „nicht zu 100%“ sicher — die geopolitische Lage bleibt volatil, ohne Gold zu stützen.

West verkauft, Asien kauft

Ein weiteres Mosaikstück liefern die ETF-Daten. Der World Gold Council meldete für März 2026 Abflüsse aus physisch hinterlegten Gold-ETFs von rund 12 Milliarden US-Dollar — der höchste monatliche Abfluss aller Zeiten. Nordamerikanische Investoren liquidierten profitable Positionen.

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Asien läuft in die entgegengesetzte Richtung. Im ersten Quartal 2026 flossen 14 Milliarden Dollar in asiatische Gold-ETFs, getrieben von Käufern aus China und Indien. Global gesehen verzeichneten Gold-ETFs damit das siebte Quartal in Folge Nettozuflüsse — die westlichen Verkäufe wurden also mehr als kompensiert.

Der Arbeitsmarktbericht der Woche passt ins Bild der Unsicherheit: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen auf 214.000 und übertrafen damit die Erwartungen. Sinkende Anleiherenditen wären normalerweise ein Pluspunkt für Gold — allerdings überlagern die Inflationssorgen diesen Effekt derzeit vollständig.

Ob der Druck nachlässt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Lage in der Straße von Hormus entwickelt. Solange der Ölpreis über 100 Dollar bleibt und die Fed keine Zinswende signalisiert, dürfte der Gegenwind für Gold anhalten.

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