Während der Goldpreis nach der restriktiven Rede des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh gestern unter Druck geriet, richtet sich der Blick der Anleger zunehmend auf die strukturelle Nachfrageseite des Marktes. Dort zeichnet sich ein Bild ab, das der kurzfristigen Verkaufswelle widerspricht: Notenbanken und institutionelle Investoren bauen ihre Positionen weiter aus.
Notenbanken bleiben Käufer
Die polnische Zentralbank hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 82 Tonnen Gold erworben und nähert sich damit ihrem strategischen Reserveziel von 700 Tonnen an. Auch die chinesische Notenbank stockte auf: Für Juli 2026 meldete sie den Zukauf von 20 weiteren Tonnen zur Diversifizierung ihrer Währungsreserven.
Der World Gold Council bestätigte zudem in seiner „2026 Central Bank Gold Reserves Survey“, dass 45 Prozent der befragten Zentralbanken planen, ihre Goldbestände innerhalb der kommenden zwölf Monate weiter zu erhöhen.
Diese Käufe fügen sich in ein Muster, das den Goldmarkt seit Monaten prägt. Anders als kurzfristige Kursbewegungen, die von Zinserwartungen und geldpolitischen Signalen getrieben werden, folgt die Nachfrage der Zentralbanken langfristigen Reservestrategien – ein Anker, der dem Preis auch in volatilen Phasen Unterstützung geben kann.
ETP-Zuflüsse drehen ins Positive
Auch bei börsengehandelten Goldprodukten hat sich die Stimmung gedreht. Der World Gold Council verzeichnete für den Zeitraum vom 20. Juli bis zum 13. August 2026 Netto-Zuflüsse in globale Gold-ETPs von 1,3 Millionen Unzen. Damit wurden die Abflüsse des Vormonats größtenteils wieder ausgeglichen. Institutionelle Anleger scheinen also trotz der jüngsten Volatilität nicht von ihrer grundsätzlich positiven Einschätzung abzurücken.
Bestätigung liefert der Terminmarkt: Der Commitment of Traders Report der CFTC mit Stichtag 25. August wies einen Anstieg des Open Interest bei Gold-Futures an der COMEX um 83.175 Kontrakte aus. Spekulative Anleger halten demnach trotz des jüngsten Preisdrucks an ihrer bullischen Grundausrichtung fest.
Warnung vor kurzfristiger Übertreibung
Nicht alle Beobachter sehen die jüngste Kursdynamik ungetrübt. Der Analyst Adam Hamilton von Zeal Intelligence stufte die Kursgewinne im August als „Mean Reversion“ nach einem schwachen Juni ein und warnte vor kurzfristiger Volatilität. Der Preissprung von 4,1 Prozent am 5. August sei durch extreme spekulative Käufe getrieben gewesen – innerhalb einer Woche seien 30.400 Kontrakte aufgebaut worden, ein Tempo, das kaum nachhaltig sein dürfte.
Auf der Kostenseite liefert der World Gold Council einen weiteren Baustein für die längerfristige Preisunterstützung: Die globalen durchschnittlichen Förderkosten (All-In Sustaining Costs) stiegen im ersten Quartal 2026 um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1.785 US-Dollar je Unze – bereits der 28. Anstieg in Folge. Steigende Produktionskosten setzen tendenziell einen Boden unter den Angebotspreis.
Aktuell notiert Gold bei 4.454,60 US-Dollar je Feinunze, nach dem Rückgang um 3,2 Prozent zum Wochenschluss. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 9,5 Prozent zu Buche, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt lediglich 2,0 Prozent nach unten.
Für die kommende Woche richten sich die Blicke auf US-Konjunkturdaten: Am 1. September folgt der ISM Manufacturing PMI samt JOLTS-Zahlen, am 2. September die ADP-Beschäftigungsdaten und am 4. September der offizielle Arbeitsmarktbericht für August – Termine, die die Zinserwartungen und damit den Goldpreis kurzfristig erneut bewegen dürften.
Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 30. August liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

