Der Goldpreis konsolidiert nach einem starken Jahresstart. China nutzt genau diese Schwächephase, um kräftig zuzukaufen. Die Zentralbank PBoC meldet für Mai ihre größte Aufstockung seit anderthalb Jahren.

PBoC setzt Kaufserie fort

Nach Daten der chinesischen Devisenbehörde SAFE stiegen Chinas Goldbestände im Mai um 320.000 Unzen. Das entspricht rund 9,95 Tonnen. Es ist der stärkste monatliche Zuwachs seit Dezember 2024.

Damit läuft die Kaufserie der Zentralbank bereits seit 20 Monaten. Die gesamten Reserven liegen jetzt bei rund 74,96 Millionen Unzen. Das sind etwa 2.331 Tonnen Gold.

Marktbeobachter sehen darin ein klares Signal. Die Zentralbank nutzt das aktuelle Preisniveau gezielt aus. Im Januar 2026 hatte Gold bei knapp 5.600 US-Dollar ein Allzeithoch erreicht. Seitdem korrigiert der Kurs.

Die physische Nachfrage aus Asien stützt den Markt strukturell. Institutionelle Käufer fangen damit einen Teil des Verkaufsdrucks aus dem ETF-Sektor auf.

US-Arbeitsmarkt schickt gemischte Signale

An den Terminmärkten herrscht Zurückhaltung. Die US-Arbeitsmarktdaten für Juni fielen schwach aus. Nur 57.000 neue Stellen entstanden, deutlich weniger als Ökonomen erwartet hatten.

Die schwachen Zahlen dämpfen die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Fed. Notenbankchef Kevin Warsh steht damit vor einer schwierigeren Ausgangslage.

Ein schwacher Arbeitsmarkt gilt traditionell als Preistreiber für Gold. Er erhöht den Druck auf die Notenbank, die geldpolitischen Zügel zu lockern.

Trotzdem blieb eine dynamische Erholung aus. Ein fester US-Dollar bremste den Goldpreis in den vergangenen Handelstagen. Die Marktteilnehmer blicken nun auf das Fed-Protokoll am Mittwoch. Es soll Aufschluss über die interne Debatte zum Inflationsausblick geben.

Markteinordnung und Ausblick

Der World Gold Council skizziert für die zweite Jahreshälfte 2026 ein Basisszenario. Demnach pendelt Gold seitwärts um die Marke von 4.100 US-Dollar.

China und Polen stabilisieren den Markt mit ihren physischen Käufen. Die polnische Notenbank kaufte im Mai rund 18 Tonnen Gold hinzu.

Das Aufwärtspotenzial bleibt trotzdem begrenzt. Die restriktive Haltung der Fed und hohe Realrenditen drücken auf den Kurs.

Analysten von JPMorgan sehen Gold in einem Spannungsfeld. Geopolitische Risikoabsicherung trifft auf makroökonomischen Gegenwind durch den starken Dollar.

Ein nachhaltiger Ausbruch über die Widerstandszone bei 4.380 US-Dollar gilt als Voraussetzung für einen neuen Anlauf. Erst dann rückt die psychologisch wichtige Marke von 5.000 US-Dollar wieder in Reichweite.