Höhere Ölpreise und robuste US-Inflationsdaten haben Gold gestern belastet. Die Tagesveränderung betrug -3,6%. Reuters zufolge verstärkten die Daten die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank. Stärker als erwartete Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum erhöhten den Druck zusätzlich.
Damit stand für den Goldmarkt vor allem die geldpolitische Wirkung der Teuerung im Vordergrund. Steigende Energiepreise verstärkten die Inflationssorgen und damit die Aussicht auf höhere Zinsen. Diese Entwicklung belastete das unverzinsliche Edelmetall, statt ihm als Reaktion auf die Unsicherheit Unterstützung zu geben.
US-Daten verschärfen den Zinsdruck
Die am Donnerstag angeführten US-Daten unterstrichen den anhaltenden Preisdruck. Der PCE-Preisindex stieg im September gegenüber dem Vormonat um 0,5 % und gegenüber dem Vorjahr um 3,6 %. Für das US-Bruttoinlandsprodukt wurde ein annualisiertes Wachstum von 3,4 % gemeldet.
Für Gold wirkte diese Kombination belastend: Die Inflation blieb ein Thema, während die Wirtschaft stärker als erwartet wuchs. Reuters führte den jüngsten Rückgang ausdrücklich auch auf diese Konjunkturdaten zurück. Die Erwartung weiterer Zinsschritte war dabei eine Markteinschätzung, keine bereits beschlossene Maßnahme.
Schon am Dienstag hatten laut Reuters ein stärkerer US-Dollar und erhöhte US-Staatsanleiherenditen auf Gold gedrückt. Der Verkaufsdruck beschränkte sich damit nicht auf die jüngste Veröffentlichung der Wirtschaftsdaten. Mehrere Belastungsfaktoren trafen im Wochenverlauf zusammen.
Energiepreise wirken über die Geldpolitik
Am Mittwoch berichtete Reuters über einen Angriff auf eine saudische Raffinerie. Dieser verstärkte die Sorgen um die Ölversorgung und die Energiepreise. Für Gold verlief der belastende Zusammenhang über höhere Inflationserwartungen und die daraus abgeleiteten Zinserwartungen.
Auch in Europa zeigte sich dieser Mechanismus. Die Börsen-Zeitung berichtete gestern, dass hohe Kraftstoff- und Gaspreise die Teuerung in großen Volkswirtschaften des Euroraums anheizten. Zugleich verstärkten Inflationsdaten die Erwartungen einer strafferen Geldpolitik.
Am Markt wurde überwiegend mit einer EZB-Zinserhöhung im Dezember gerechnet. Damit kam der Gegenwind für Gold nicht allein aus den USA: Höhere Renditeerwartungen erhöhten auch in Europa die Konkurrenz für das unverzinsliche Metall.
Prognosesenkungen passen zum belasteten Umfeld
Bereits am Montag veröffentlichte Reuters eine Umfrage, in der Analysten ihre Edelmetallpreisprognosen für 2026 senkten. Als Gründe nannten sie schwächere Nachfrage, höhere Anleiherenditen und einen stärkeren US-Dollar.
Der gestrige Rückgang fügt sich damit in ein breiteres Belastungsbild. Entscheidend war zuletzt nicht die Unsicherheit allein, sondern deren Wirkung auf Energiepreise, Inflation und die erwartete Geldpolitik.
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