Der Goldpreis hat in dieser Woche erneut zugelegt — zum dritten Mal in Folge. Rund 2 % Plus in der abgelaufenen Handelswoche, der Schlusskurs am Freitag bei 4.760 US-Dollar pro Feinunze. Vom Allzeithoch bei 5.595 Dollar, das Ende Januar markiert wurde, ist Gold damit noch weit entfernt. Der Weg zurück nach oben ist alles andere als frei.
Inflation bremst, Dollar hilft
Der jüngste US-Verbraucherpreisindex hat die Märkte kalt erwischt. Die Inflation kletterte auf 3,3 % — den höchsten Stand seit Mai 2024 — und der monatliche Anstieg von 0,9 % war der stärkste seit Mitte 2022. Damit schwindet der Spielraum der Federal Reserve für baldige Zinssenkungen erheblich. Die Märkte preisen aktuell nur noch eine 30-prozentige Chance auf eine Zinssenkung um 25 Basispunkte im Dezember ein.
Was Gold trotzdem stützt: der schwächelnde Dollar. Der DXY fiel auf ein Vier-Wochen-Tief, was das Metall für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger macht. Dieser Effekt federte den Wegfall der geopolitischen Risikoprämie weitgehend ab — denn der fragile Waffenstillstand im Nahen Osten zeigte am Freitag bereits erste Risse.
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Zentralbanken kaufen, ETFs divergieren
Hinter der Preisstabilität steckt eine strukturelle Verschiebung. Gold-ETFs verzeichneten in den ersten zwei Monaten 2026 Netto-Zuflüsse von 78 Tonnen — 73 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings verlief das nicht gleichmäßig: Westliche ETFs gaben im März rund 11 bis 12 Milliarden Dollar zurück, während asiatische Investoren gezielt auf Rücksetzer kauften.
Parallel dazu kaufen Zentralbanken aus China, Indien und Russland weiter physisches Gold. Der Anteil des US-Dollars an globalen Devisenreserven ist auf den niedrigsten Stand seit 1994 gefallen, der Goldanteil auf den höchsten seit 1991.
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Der 50-Tage-Durchschnitt als Hürde
Charttechnisch konsolidiert Gold oberhalb der 4.600-Dollar-Marke, der RSI nähert sich dem überkauften Bereich. Das entscheidende Hindernis nach oben ist der 50-Tage-Gleitende Durchschnitt bei rund 4.980 Dollar, der nun als Widerstand fungiert. Solange dieser nicht zurückerobert wird, bleibt eine Rückkehr zum vorherigen Aufwärtstrend schwer zu begründen. Zur Wiedereröffnung am Montag erwarten Marktteilnehmer eine Handelsspanne zwischen 4.701 und 4.821 Dollar.
Die institutionellen Prognosen bleiben trotzdem ehrgeizig: Goldman Sachs peilt 5.400 Dollar für 2026 an, J.P. Morgan sogar 6.300 Dollar bis Jahresende. Die LBMA-Expertenumfrage sieht im Konsens einen Jahresdurchschnitt von 4.742 Dollar — mit Jahreshoch-Schätzungen, die zwischen 3.450 und 7.150 Dollar streuen. Ein ungewöhnlich weiter Korridor, der zeigt, wie unsicher die Lage bleibt.
Am Montag folgen die US-Erzeugerpreisdaten für März. Fallen sie ähnlich heiß aus wie die Verbraucherpreise, dürfte der Widerstand bei 4.800 Dollar vorerst kaum zu knacken sein.
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