Der Goldmarkt steht unter Druck — und das gleich von mehreren Seiten. Gestern brach der Spotpreis um 1,8 Prozent auf rund 4.597 Dollar je Feinunze ein, während die Terminkontrakte für Juni auf 4.609 Dollar nachgaben. Heute Morgen stabilisieren sich die Notierungen leicht.
Hormuz-Blockade treibt Ölpreise, nicht Gold
Der eigentliche Auslöser für die jüngste Schwäche liegt in der Straße von Hormus. Nachdem Trumps Regierung den iranischen Friedensvorschlag als unzureichend ablehnte, bleibt der Meeresweg weiterhin faktisch geschlossen. Rund ein Fünftel der weltweiten Rohölversorgung fließt durch dieses schmale Nadelöhr — und die Blockade treibt die Ölpreise konsequent nach oben.
Für Gold ist das paradox. Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen, was eigentlich als Argument für das Edelmetall gilt. Aktuell überwiegt jedoch ein anderer Effekt: Ein starker Dollar und die Erwartung, dass Zentralbanken auf den Inflationsdruck mit Zinserhöhungen reagieren könnten, belasten den Goldpreis — denn Gold wirft keine Zinsen ab.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gold?
Notenbanken im Fokus
Heute Abend gibt die US-Notenbank ihre Zinsentscheidung bekannt. Die Märkte preisen zwar keine unmittelbare Änderung ein, doch die anschließende Pressekonferenz dürfte auf Signale für den weiteren Kurs abgeklopft werden. Immerhin liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bis Jahresende inzwischen bei über 23 Prozent — vor einem Monat waren es gerade einmal drei Prozent.
Parallel dazu stehen noch neun weitere Zinsentscheidungen weltweit an. Die Bank of Japan ließ ihren Leitzins gestern unverändert bei 0,75 Prozent, deutete aber weitere Erhöhungen an. Auch EZB und Bank of England melden sich diese Woche zu Wort. Ein koordinierter restriktiver Schwenk der Notenbanken wäre für Gold das ungünstigste Szenario.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gold?
Ray Dalio hält dagegen
Während der Goldpreis kurzfristig unter Druck steht, nimmt die langfristige Perspektive prominente Fürsprecher in die Pflicht. Bridgewater-Gründer Ray Dalio empfiehlt Anlegern, zwischen fünf und 15 Prozent ihres Vermögens in Gold zu halten — begründet mit strukturellen Veränderungen im globalen Finanzsystem und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit durch den nun schon neun Wochen andauernden Iran-Krieg. Mindestens eine Großbank hält sogar ein Kursziel von 8.000 Dollar je Unze für denkbar.
Ob die aktuelle Konsolidierung tatsächlich nur eine Verschnaufpause ist oder den Beginn einer ausgedehnteren Korrektur markiert, hängt maßgeblich davon ab, wie sich der Iran-Konflikt entwickelt und welche Signale die Fed heute Abend sendet.
Gold: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 29. April liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

