Die Flucht ins sichere Gold währte nur kurz. Trotz eskalierender Spannungen im Nahen Osten nach gemeinsamen US-israelischen Luftangriffen auf den Iran brach der Goldpreis am Dienstag um 4,9 Prozent auf 5.051 Dollar ein – der stärkste Tagesverlust seit Ende Januar. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, folgt einer klaren Logik: Ein erstarkender Dollar und die Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen überwiegen derzeit selbst massive geopolitische Risiken.
Wenn Öl zur Goldbelastung wird
Der eigentliche Belastungsfaktor liegt in der makroökonomischen Gemengelage. Beschädigte Energieinfrastruktur und stockender Tankverkehr durch die Straße von Hormuz – durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öls fließt – treiben die Preise für Öl, Gas und Kraftstoffe nach oben. Das schürt Inflationsängste und verschiebt Zinssenkungserwartungen weiter nach hinten. Händler rechnen laut CME-Daten erst im Sommer mit einer Wiederaufnahme der Zinssenkungen durch die Fed.
Hohe Inflation könnte der Notenbank die Hände binden. Zwar gilt Gold als klassische Absicherung gegen Geldentwertung, doch profitiert das zinslose Edelmetall typischerweise von Niedrigzinsumgebungen. Der US-Dollar-Index erreichte parallel zum Goldabsturz ein Drei-Monats-Hoch. „Wir sehen eine Flucht in Liquidität – eine Flucht in Bargeld“, erklärt Bob Haberkorn von RJO Futures.
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Zentralbanken kaufen weiter
Die strukturelle Nachfrage bleibt dennoch robust. Der World Gold Council meldete für Januar 2026 Rekord-Zuflüsse in physisch hinterlegte Gold-ETFs von 18,7 Milliarden Dollar, angeführt von Nordamerika und Asien. Zentralbanken kauften im vierten Quartal 2025 netto 230 Tonnen – selbst bei Rekordpreisen.
Als Treiber gilt die Diversifizierung weg von US-Wertpapieren. Nachdem Washington Sanktionen, Vermögensbeschlagnahmungen und SWIFT-Beschränkungen als geopolitische Instrumente nutzte, setzen viele Regierungen verstärkt auf Gold statt auf Vermögenswerte, die über Nacht eingefroren werden können.
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Katalysatoren voraus
Analysten von J.P. Morgan sehen trotz des Rückgangs vom Rekordhoch bei 5.594 Dollar weiteres Potenzial. Ihre Prognose: 6.300 Dollar bis Ende 2026. „Konfliktgetriebene Goldsprünge kommen und gehen, geopolitische Risiken dürften aber weiter köcheln“, so die Bank. Spot-Gold legte seit Jahresbeginn 15,5 Prozent zu.
Der US-Arbeitsmarktbericht am 6. März, Inflationsdaten am 11. März und die Fed-Sitzung am 17. bis 18. März werden die nächste Richtung weisen. David Morrison von Trade Nation warnt bei anhaltendem Verkaufsdruck vor einem Test der 5.000-Dollar-Marke. Wie lange der Iran-Konflikt schwelt und wie die Fed auf den Inflationsschock reagiert, dürfte über den weiteren Verlauf entscheiden.
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