Nach drei Verlustwochen in Folge hat sich Gold zurückgemeldet. Das Edelmetall legte in der abgelaufenen Woche fast fünf Prozent zu und schloss am Freitag bei 4.068,8 US-Dollar je Feinunze. Der Freitag selbst brachte allerdings einen deutlichen Dämpfer.

Zinsfantasie belastet den Freitag

Der US-Arbeitsmarktbericht fiel stärker aus als erwartet. Die Wirtschaft schuf im Oktober 165.000 neue Stellen, Ökonomen hatten mit nur 65.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 Prozent. Der Dollar legte daraufhin zu, Comex-Gold für Dezember gab um knapp ein Prozent nach.

Hinzu kommt der Kurs der Notenbank. Zwei Fed-Vertreter, Beth Hammack und Thomas Barkin, sprachen sich zuletzt für eine restriktivere Linie aus, Barkin hält stetige Zinserhöhungen für sinnvoll. Der Leitzins liegt derzeit bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Laut CME FedWatch setzen die Märkte zu rund 78 Prozent auf eine Anhebung um 25 Basispunkte im Dezember.

Für ein Edelmetall ohne laufende Erträge sind steigende Zinsen ein Gegenwind. Auch Goldman Sachs zieht Konsequenzen: Die Bank senkte ihr Ziel für Ende 2026 von 4.650 auf 4.150 Dollar. Für Ende 2027 liegt die Prognose nun bei 4.800 statt 5.400 Dollar. Begründet wird das mit der strafferen Geldpolitik der Fed.

Iran-Konflikt und US-Politik als Gegengewicht

Geopolitik stützt den Preis. Präsident Trump hat eine Entscheidung zum Iran angekündigt und eine militärische Option nicht ausgeschlossen. Parallel dazu telefonierte er mit dem Emir von Katar über eine Deeskalation.

Nach dem Wahlsieg der Demokraten bei den Kongresswahlen wächst zudem die Hoffnung auf einen diplomatischen Kurs. Die neuen Abgeordneten treten allerdings erst im Januar ihr Amt an. Bis dahin bleibt Trump fast zwei Monate Spielraum. Eine Eskalation am Golf gilt weiterhin nicht als ausgeschlossen.

Charttechnik: Erholung stößt an Grenzen

Die Erholung reichte am Donnerstag bis an die Marke von 4.150 Dollar und scheiterte dort an der 200-Perioden-Linie im Vier-Stunden-Chart. Das Tageschart bleibt bärisch, der kurzfristige Chart neutral. Von seinem Jahrestief hat sich Gold dennoch klar entfernt.

Für die neue Woche kommt es auf die 20-Tage-Linie bei 4.056,9 Dollar an. Hält Gold darüber, ist ein Anstieg bis etwa 4.187 Dollar möglich. Fällt es darunter, rücken 3.875 und 3.812 Dollar in den Blick.