Der US-Arbeitsmarkt hat Gold am Freitag unter Druck gesetzt. Laut Reuters stützten die stärkeren Beschäftigungsdaten den Dollar und die Anleiherenditen. Damit verstärkten sie die Erwartung länger hoher Zinsen. Für Gold steht diesem Gegenwind eine uneinheitliche Nachfrage gegenüber: Zentralbanken kaufen kräftig zu, während der World Gold Council seine Erwartungen an die Investmentnachfrage gesenkt hat.
Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums entstanden im Oktober 165.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,1 %. Gold beendete den Freitag bei 4.063,65 USD je Feinunze und gab nach dem Arbeitsmarktbericht nach.
Arbeitsmarkt setzt den kurzfristigen Takt
Die unmittelbare Belastung ging damit von den Zinserwartungen aus. Solange robuste Beschäftigungsdaten Dollar und Renditen stützen, spricht dieser Zusammenhang gegen eine ungestörte Erholung des Goldpreises. Die Nachfrage institutioneller Käufer bildet dazu ein Gegengewicht.
Der nächste angekündigte Prüfstein ist der US-Arbeitsmarktbericht für November. Das US-Arbeitsministerium veröffentlicht ihn am 4. Dezember um 8:30 Uhr ET. Für Goldanleger steht dabei erneut im Mittelpunkt, ob die Beschäftigungsentwicklung die Erwartungen länger hoher Zinsen untermauert.
Bis dahin liefern die Nachfragedaten ein gemischtes Bild. Sie zeigen eine Verschiebung zwischen den Käufergruppen: Offizielle Institutionen treten stärker auf, während der Verband bei privaten Anlageformen vorsichtiger geworden ist.
Zentralbankkäufe treffen auf schwächere Anlageprognose
Am Dienstag meldete der World Gold Council eine weltweite Goldnachfrage einschließlich außerbörslicher Geschäfte von 1.369 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Rückgang um 1 %.
Innerhalb dieser Gesamtentwicklung setzten Zentralbanken und andere offizielle Institutionen einen positiven Akzent. Auch börsengehandelte Goldfonds verzeichneten Zuflüsse. Damit stehen hinter der Goldnachfrage unterschiedliche Käufergruppen mit unterschiedlich kräftiger Entwicklung.
Die offiziellen Institutionen kauften netto 321 Tonnen und damit 42 % mehr als im Vorjahr. Gold-ETFs verbuchten Zuflüsse von 211 Tonnen.
Bei Barren und Münzen fiel die Einschätzung dagegen schwächer aus. Der World Gold Council begründete damit seine niedrigere Prognose für das Wachstum der Investmentnachfrage. Zugleich hob er seine Einschätzung der Zentralbankkäufe an.
Für 2026 erwartet der Verband beim Wachstum der Gold-Investmentnachfrage rund 200 Tonnen statt zuvor 400 Tonnen.
Für Anleger ergibt sich daraus eine klare Spannung: Die offiziellen Käufe sprechen für die Nachfrageseite, sofern sie kräftig bleiben. Kurzfristig belastet dagegen der Zinsdruck, solange weitere US-Konjunkturdaten die Erwartung länger hoher Zinsen verstärken. Genau an diesem Zusammenspiel entscheidet sich, ob die Nachfrage dem makroökonomischen Gegenwind standhalten kann.
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