Chinas Goldzukauf unterstreicht die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken. Die People’s Bank of China kaufte im September 23 Tonnen und verlängerte ihre monatliche Kaufserie auf 23 Monate. Für den Goldmarkt ist das eine Stütze. Gleichzeitig belasten die US-Inflation und die Aussicht auf mögliche weitere Zinserhöhungen die Preisentwicklung.

Zentralbanken bleiben auf der Käuferseite

Die chinesischen Käufe passen zu einer breiteren Entwicklung. Nach vorläufigen Angaben des World Gold Council kauften Zentralbanken im September netto rund 63 Tonnen Gold. Das war der höchste Monatswert seit November 2024.

Damit trifft die Nachfrage öffentlicher Käufer auf ein schwieriges geldpolitisches Umfeld. Die Notenbankkäufe und die Zinserwartungen liefern derzeit gegenläufige Impulse. Eine ungebrochene Kaufserie in China ist deshalb nicht mit einer ebenso stetigen Preisentwicklung gleichzusetzen.

Gold beendete den Handel am Freitag bei 4.169,08 USD je Feinunze. Der Schlussstand steht damit im Spannungsfeld zwischen anhaltenden Käufen und den zuletzt wieder verstärkten Sorgen vor höheren US-Zinsen.

Auch Goldfonds ziehen Kapital an

Neben den Zentralbanken verzeichneten auch physisch besicherte Goldfonds starke Zuflüsse. Laut World Gold Council flossen diesen ETFs im September 67,3 Tonnen beziehungsweise rund 10 Milliarden US-Dollar zu. Ihre Bestände erreichten mit 4.256 Tonnen einen Rekord.

Die Nachfrage beschränkt sich damit nicht auf staatliche Reserven. Auch über börsengehandelte Fonds floss Kapital in das Edelmetall. Zusammen mit den Zentralbankkäufen ergibt sich ein Bild robuster Nachfrage, dem zuletzt belastende Inflations- und Zinssignale gegenüberstanden.

Im dritten Quartal erreichten die weltweiten ETF-Zuflüsse laut World Gold Council den Rekordwert von 31 Milliarden US-Dollar. Auch chinesische Gold-ETFs meldeten für September Zuflüsse und einen Rekordbestand zum Monatsende.

US-Inflation hält den Zinsdruck aufrecht

Auf der anderen Seite stehen die jüngsten US-Verbraucherpreise. Nach Angaben des US Bureau of Labor Statistics stiegen sie im September gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent. Im August hatte der Anstieg 0,4 Prozent betragen.

Die Veröffentlichung verstärkte die Erwartungen möglicher weiterer Fed-Zinserhöhungen und belastete Gold. Am Donnerstag sorgten dagegen ein schwächerer US-Dollar und sinkende Treasury-Renditen für eine Erholung. Das zeigt, wie stark wechselnde Zins- und Währungsimpulse derzeit neben den physischen Käufen ins Gewicht fallen.

Der nächste Terminanker ist die Sitzung des Offenmarktausschusses am 27.–28.10.2026. Zinsentscheidung und Kommunikation können die Erwartungen erneut verändern. Für Gold entscheidet sich dort, ob der geldpolitische Gegenwind zur robusten Nachfrage anhält.