Gold hat am Freitag im Umfeld steigender Ölpreise und zunehmender Zinserhöhungserwartungen nachgegeben. Die Tagesveränderung betrug -3,6%. Reuters zufolge verstärkten höhere Inflationserwartungen die Aussicht auf einen weiteren Zinsschritt der US-Notenbank. Damit belasteten die Folgen des Ölpreisanstiegs das unverzinsliche Edelmetall, obwohl zugleich erhöhte geopolitische Risiken bestanden.
Die Einordnung ist für Anleger entscheidend: Höhere Energiepreise und geopolitische Spannungen stützen Gold nicht zwangsläufig. In der von Reuters beschriebenen Marktreaktion überwog die Sorge vor einer strafferen Geldpolitik. Starke US-Konjunkturdaten und die September-Inflationsdaten bildeten dabei zusätzlichen Hintergrund für die veränderten Zinserwartungen.
Zinspause ohne Entwarnung
Am Donnerstag beließ die Federal Reserve den Leitzinskorridor bei 3,75–4,00 %. Zwei Mitglieder stimmten allerdings für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Die Entscheidung fiel damit nicht einhellig zugunsten unveränderter Zinsen aus.
Für Gold liegt darin die entscheidende Einschränkung der Zinspause. Unveränderte Leitzinsen bedeuten nicht, dass die Gefahr weiterer Erhöhungen verschwunden ist. Reuters berichtete am Donnerstag über verstärkte Erwartungen eines Zinsschritts im Dezember. Höhere Zinsen belasten demnach die Attraktivität des unverzinslichen Goldes.
Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses ist für den 8. und 9. Dezember 2026 angesetzt. Eine Zinserhöhung ist bislang eine Markterwartung, keine beschlossene Maßnahme.
Vorsichtigere Prognosen und abfließendes Kapital
Das zurückhaltendere Bild beschränkt sich nicht auf die jüngste Tagesbewegung. Auch die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten und Händler sowie die Kapitalflüsse bei Goldfonds sprechen für ein schwierigeres Anlageumfeld.
In der am Dienstag veröffentlichten Reuters-Umfrage sank die Medianprognose für Gold 2026 auf 4.495 US-Dollar je Feinunze. Drei Monate zuvor hatte sie bei 4.509 US-Dollar gelegen. Reuters nannte hohe US-Renditen, einen starken Dollar und länger hohe Zinsen als Belastungsfaktoren.
Die Prognose bleibt eine Schätzung und beschreibt keinen garantierten künftigen Preis. Ihre Absenkung ergänzt jedoch das Bild eines Marktes, in dem die Zinsbelastung stärker ins Gewicht fällt.
Der World Gold Council meldete am 26. Oktober für die Woche bis zum 23. Oktober Nettoabflüsse aus physisch besicherten Gold-ETFs von 1,2 Mrd. US-Dollar.
Zugleich verwies der Branchenverband auf erhöhte geopolitische und Marktrisiken. Spannungen im Nahen Osten trieben die Ölpreise. Für Gold ergibt sich daraus ein Spannungsfeld: Risiken bleiben bestehen, ihre inflationären Folgen können aber die Zinssorgen verschärfen. Genau dieser Zusammenhang prägte den Rückgang am Freitag.
Stand heute, 1. November: Gold – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Gold investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 1. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

