Gold pendelt am Mittwochmorgen um die Marke von 4.450 Dollar je Feinunze – und die Nervosität ist spürbar. Der Grund: Um 14.30 Uhr veröffentlichen die USA ihre Verbraucherpreisdaten für Juli, und die Reaktion dürfte über die Richtung der kommenden Wochen entscheiden.

Nach einem Anstieg von rund 12 Prozent gegenüber den jüngsten Tiefständen sieht die Ausgangslage bullisch aus. Die kurzfristigen Trends zeigen nach oben, mehrere technische Indikatoren sprechen für weitere Käufe. Allerdings nähert sich der Preis der 100-Tage-Linie – eine Marke, die in der Vergangenheit öfter als Widerstand fungierte. Bei 4.600 Dollar orten Chartbeobachter zudem eine mögliche Falle, sollte der Schwung ausgehen, bevor neue Käufer nachziehen.

Fed-Wetten und Iran-Risiko als Gegenspieler

Der Dollar bleibt der entscheidende Gegenspieler. Wetten auf eine Fed-Zinserhöhung stützen die US-Währung und bremsen damit potenziell den Goldpreis, selbst wenn geopolitische Risiken eigentlich für den sicheren Hafen sprechen sollten. An den Terminmärkten liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung im September laut CME-FedWatch-Tool nahe bei fifty-fifty – ein Umfeld, das Investoren zur Zurückhaltung vor den Inflationsdaten bewegt.

Parallel dazu sorgt die Lage rund um die Straße von Hormus für Unsicherheit. Berichte über eine mögliche Annäherung zwischen den USA und dem Iran wechseln sich mit Meldungen über Angriffe auf Schiffe im Roten Meer ab. Diese Gemengelage aus Kriegsrisiko und Diplomatie-Hoffnung hält den sicheren Hafen Gold grundsätzlich gefragt, verhindert aber auch klare Trendbestätigungen.

Strukturell bleibt die Nachfrage von Notenbanken ein Kurstreiber im Hintergrund. Chinas Zentralbank hat ihre Goldreserven im Juli erneut aufgestockt – der 21. Monat in Folge mit Zukäufen. Diese langfristige Nachfrage bildet ein Fundament, das kurzfristige Volatilität rund um US-Konjunkturdaten abfedern kann, ohne sie zu verhindern.

Der Nachmittag bringt die Entscheidung. Fällt die Inflationsrate schwächer aus als die von Bloomberg erwartete Steigerung von 0,1 Prozent, dürfte das die Zinserhöhungswetten dämpfen und dem Gold Spielraum nach oben verschaffen. Ein überraschend starker Wert würde dagegen den Dollar stützen und die Marke von 4.600 Dollar vorerst in weite Ferne rücken lassen.