Der Goldpreis kommt nicht zur Ruhe — allerdings aus anderen Gründen, als man es vom Edelmetall gewohnt ist. Nicht Panik, sondern zwei nüchterne Faktoren drücken auf den Kurs: Anzeichen einer Deeskalation zwischen den USA und dem Iran sowie wachsende Erwartungen an eine restriktivere US-Geldpolitik.

Am Montagnachmittag notierte die Feinunze bei rund 4.025 Dollar — etwa 63 Dollar weniger als am Freitag. Noch am frühen Morgen hatte der Preis die Marke von 4.077 Dollar getestet, bevor er weiter nachgab.

Geopolitik und Zinsen ziehen in eine Richtung

Das Muster ist bekannt: Gold profitiert von Unsicherheit. Sobald diese nachlässt, verliert das Metall an Kaufargumenten. Die Aussicht auf Gespräche zwischen Washington und Teheran — geplant für Dienstag in Doha — hat genau diesen Effekt. Zwar ließ der Iran den genauen Termin zuletzt offen, der grundsätzliche Gesprächswille reicht den Märkten offenbar, um die Risikoprämie im Goldpreis zu reduzieren.

Hinzu kommt das Zinsumfeld. Steigende Ölpreise — ausgelöst durch die militärischen Spannungen rund um die Straße von Hormus — könnten die Inflation anheizen. Das klingt zunächst goldfreundlich, ist es aber nicht zwangsläufig: Höhere Inflationserwartungen erhöhen den Druck auf die US-Notenbank, die Zinsen weiter anzuheben. Und Gold, das keine laufenden Erträge abwirft, verliert in einem solchen Szenario gegenüber verzinslichen Anlagen an Attraktivität.

Arbeitsmarktdaten als nächster Prüfstein

Technisch bewegt sich der Preis in einer engen Zone. Die Unterstützung liegt um 4.050 Dollar, Widerstand bildet sich zwischen 4.135 und 4.165 Dollar. Der übergeordnete Abwärtstrend bleibt laut Marktbeobachtern intakt — sowohl der 50-Tage- als auch der 200-Tage-Durchschnitt liegen deutlich über dem aktuellen Niveau.

Den nächsten entscheidenden Impuls liefert die US-Arbeitsmarktstatistik. Diese Woche stehen offene Stellen (Dienstag), der ADP-Bericht für Juni (Mittwoch) und der monatliche Bericht des Arbeitsministeriums (Freitag) an. Robuste Zahlen würden die Erwartung weiterer Zinserhöhungen festigen — und den Goldpreis weiter unter Druck setzen. Enttäuschend schwache Daten hingegen könnten der Gegenbewegung neues Leben einhauchen. Das dürfte einer der wichtigsten Datenpunkte für das Metall in den nächsten Wochen werden.