Gold: Zwischen Kriegsangst und Zinsschock

Der Goldpreis fällt auf den tiefsten Stand seit März. Steigende US-Renditen und die unklare Lage im Nahostkonflikt bremsen das Edelmetall.

Gold Aktie
Kurz & knapp:
  • Gold auf tiefstem Stand seit März
  • Nahostkonflikt dämpft Flucht in sichere Häfen
  • Steigende US-Renditen belasten Gold
  • Zentralbanken kaufen mehr Gold als erwartet

Der Goldpreis steht unter Druck. Auf den tiefsten Stand seit Ende März gefallen, kämpft das Edelmetall heute Morgen mit mehreren Gegenwindfaktoren gleichzeitig — und die Gemengelage ist alles andere als einfach.

Bis 8:00 Uhr MESZ gab der meistgehandelte Juni-Future um knapp 18 Dollar auf 4.540,20 Dollar pro Feinunze nach. Ein Rückgang, der symptomatisch für die aktuelle Verunsicherung an den Märkten ist.

Nahostkonflikt hält Anleger in Schach

Der Krieg zwischen den USA und Iran — seit dem 28. Februar 2026 aktiv — gibt dem Markt weiterhin den Takt vor. Einerseits schürt die angespannte Lage rund um die gesperrte Straße von Hormus Inflationsängste, was Gold eigentlich stützen sollte. Andererseits hat Trump einen zunächst geplanten Angriff auf den Iran ausgesetzt, nachdem Teheran über Pakistan einen 14-Punkte-Friedensvorschlag eingereicht hatte. Diese diplomatische Öffnung dämpfte den klassischen Fluchtreflex in sichere Häfen.

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Das Ergebnis: Gold bewegt sich kaum — weder nach oben noch nach unten. Investoren beobachten die Lage und warten ab.

Inflation stützt, Zinsen belasten

Das eigentliche Dilemma liegt woanders. Die jüngsten US-Inflationsdaten zeigen klar nach oben — eigentlich ein Argument für Gold als Wertspeicher. Gleichzeitig treiben steigende Renditen am US-Anleihemarkt die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls in die Höhe. Händler rechnen mittlerweile mit weiteren Zinserhöhungen durch die Fed, was den Goldpreis nach oben hin deckelt.

Dazu kommt der Führungswechsel an der Notenbank-Spitze: Jerome Powells Amtszeit endete vergangene Woche, Kevin Warsh soll als neuer Fed-Chef vereidigt werden. Er übernimmt in einer Phase, in der Zinssenkungen — wie von Trump seit Monaten gefordert — politisch gewollt, aber geldpolitisch kaum durchsetzbar erscheinen.

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Das Fed-Sitzungsprotokoll vom morgigen Mittwoch dürfte Klarheit über den weiteren geldpolitischen Kurs bringen. Bis dahin halten sich viele Marktteilnehmer bedeckt.

Zentralbanken kaufen mehr als gedacht

Ein strukturell bullisches Signal kommt von Goldman Sachs. Die Investmentbank hat ihre Nachfragemodelle überarbeitet und dabei eine erhebliche Lücke entdeckt: Zentralbanken kaufen demnach rund 50 Tonnen Gold pro Monat — fast doppelt so viel wie die bislang offiziell erfassten 29 Tonnen. Der Grund liegt offenbar in unvollständigen britischen Handelsdaten, die Abflüsse aus Londoner Tresoren nicht mehr korrekt abbildeten. Goldman Sachs sieht auf Basis dieser Erkenntnis langfristiges Kurspotenzial bis 5.400 Dollar.

Kurzfristig überwiegen jedoch die Belastungsfaktoren. Steigende Renditen, ein noch nicht vollständig geklärter Nahostkonflikt und die Unsicherheit über den Fed-Kurs lassen wenig Spielraum für eine kräftige Erholung. Gold sucht gerade nach einem Boden — ob es ihn in diesem Umfeld findet, hängt maßgeblich davon ab, was das Fed-Protokoll morgen offenbart.

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