Goldpreis gerät durch Dollarstärke und Anleiherenditen unter Druck

Dollaraufwertung und höhere US-Anleiherenditen überwiegen die stützende Nachfrage nach Gold aus der Eurozone.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Gold verlor zum Wochenauftakt seine Gewinne
  • Vorwochenminus von 3,7 Prozent
  • US-Dollar erreichte höchsten Stand seit über einem Jahr
  • Französische Haushaltsrisiken stützen Goldnachfrage

Trotz wachsender Haushaltsrisiken in Europa findet der Goldpreis keinen festen Boden. Ein erstarkender US-Dollar und deutlich steigende Renditen bei US-Staatsanleihen bremsen die Nachfrage nach dem zinslosen Edelmetall aus. Anfängliche Kursgewinne zum Wochenauftakt verpufften rasch.

Am Montag stieg die Feinunze zunächst um bis zu 1,6 Prozent auf 4.198,90 Dollar. Im späteren Handelsverlauf drehte die Notierung jedoch ins Minus und lag zuletzt bei 4.138,56 Dollar.

Damit setzt das Edelmetall den jüngsten Abwärtstrend fort. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Kurs um 3,7 Prozent nachgegeben.

US-Zinsen und Währung belasten

Hauptverantwortlich für den Druck sind die US-Finanzmärkte. Der US-Dollar-Index kletterte um 0,3 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr. Zeitgleich stieg die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe um 7 Basispunkte auf das höchste Niveau seit Anfang 2002.

Höhere Renditen und ein erstarkter Dollar dämpfen das Interesse an zinslosen Anlagen wie Gold. Marktbeobachter führen die steigenden Kapitalmarktzinsen vor allem auf eine anhaltend hohe staatliche Kreditaufnahme zurück, die Investoren eine höhere Risikoprämie abverlangt.

Dies geschieht ungeachtet schwächerer Konjunktursignale aus den USA. Enttäuschende Daten vom Arbeitsmarkt sowie zu den privaten Konsumausgaben dämpfen die Spekulationen auf eine Zinsanhebung im Oktober. Der Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor gab im September leicht auf 54,9 Zähler nach.

Europäische Risiken bieten Halt

Halt findet das Edelmetall an anderer Stelle. Steigende Kreditrisiken in der Eurozone, insbesondere durch die angespannte Haushaltslage in Frankreich, stützen die Nachfrage nach sicheren Anlagehäfen. Die steigenden französischen Anleiherenditen wecken an den Märkten bereits Erinnerungen an frühere Schuldenkrisen.

Dennoch bleibt der Abstand zum Augusthoch bei knapp 4.700 Dollar beträchtlich. Sollten die Renditen auf hohem Niveau verharren und die US-Notenbank für Dezember eine weitere Zinsanhebung erwägen, rückt das bisherige Jahrestief bei 3.944 Dollar wieder in Reichweite.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.