Goldpreis gerät durch Zinssorgen und teures Öl unter Druck

Höhere Ölpreise schüren Inflationsängste und stärken Zinserwartungen, während Renditen und Dollar den Goldkurs zusätzlich drücken.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Gold zeitweise mehr als zwei Prozent schwächer
  • Notierung fällt unter 4.200 Dollar je Unze
  • Oktober-Zinsschritt mit 66 bis 68 Prozent bewertet
  • US-Anleiherendite über fünf Prozent gestiegen

Geopolitische Krisen treiben gewöhnlich die Nachfrage nach Gold. Am Montag greift dieses Muster jedoch nicht: Der Goldpreis gab zeitweise um mehr als zwei Prozent nach und fiel unter die Marke von 4.200 Dollar je Feinunze. Der Grund dafür liegt an den Zinsmärkten. Steigende Ölpreise schüren neue Inflationsängste in den USA und dämpfen die Hoffnung auf eine geldpolitische Lockerung.

Verstärkt wird der Druck durch die Situation im Nahen Osten. Nach der Ablehnung eines iranischen Vorstoßes zur Wiederöffnung der Straße von Hormus stieg der Ölpreis zeitweise deutlich an. Wenn Energie teurer wird, geraten Notenbanken unter Zugzwang. An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt der Federal Reserve um 25 Basispunkte im Oktober mittlerweile auf 66 bis 68 Prozent taxiert. Vor einem Monat lag dieser Wert noch bei 18 Prozent.

Renditen und Währung belasten das Edelmetall

Gold leidet unter dieser Aussicht unmittelbar, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft. Steigen die Renditen alternativer Anlagen, steigen auch die Opportunitätskosten für das Halten von Gold. Parallel dazu kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf über fünf Prozent.

Ein erstarkender Dollar verteuert Gold zusätzlich für Käufer außerhalb des Dollarraums. Dieser Zins- und Währungseffekt verdrängt die geopolitischen Risiken derzeit fast vollständig aus der Kursbildung. Für eine charttechnische Beruhigung wäre eine Rückeroberung der Schwelle von 4.200 Dollar je Unze notwendig.

Hinweise auf die künftige Zinsentwicklung liefern in den kommenden Tagen die neuen US-Arbeitsmarktdaten sowie der PCE-Preisindex. Sollten die Zahlen eine hartnäckige Inflation signalisieren, dürften die Zinserwartungen für die Fed-Sitzung im Oktober hoch bleiben.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.