Der Goldpreis legt am Dienstag vor der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank zu. Die Märkte setzen darauf, dass die Federal Reserve ihren Leitzins bei der laufenden Sitzung vorerst unverändert lässt, während der schwelende Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Nachfrage stützt.
Der Terminkontrakt auf Gold für die Auslieferung im Dezember kletterte um 34,90 Dollar oder 0,86 Prozent auf 4.073,30 Dollar je Feinunze.
Die Erholung folgt auf spürbare Abgaben in der Vorwoche. Marktbeobachter verweisen auf eine abwartende Haltung der Akteure, die dem Edelmetall vor der Zinsentscheidung Halt verleiht.
Zinserhöhung erst zum Jahresende erwartet
Für die am Mittwoch endende Notenbanksitzung gilt eine Pause im Straffungszyklus als weitgehend sicher. Erst im September hatten die Währungshüter ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben.
Ein weiterer Zinsschritt wird an den Terminmärkten erst für Dezember erwartet. Zwar lag die US-Teuerungsrate im September bei 3,70 Prozent, ein verlangsamter Stellenaufbau im privaten Sektor dämpft jedoch den Handlungsdruck für ein sofortiges Nachlegen.
Diplomatische Signale am Ölmarkt
Parallel zur Geldpolitik bestimmt die Lage am Persischen Golf das Geschehen. Gespräche zwischen Vertretern Saudi-Arabiens, der Türkei, Pakistans und des Irans in Teheran nährten zuletzt Hoffnungen auf eine diplomatische Deeskalation. Zuvor hatte bereits eine katarische Delegation vermittelnde Gespräche geführt.
Diese Verhandlungssignale nahmen spürbar Druck aus den Energiemärkten. Ein Fass der US-Rohölsorte WTI zur Auslieferung im Dezember verbilligte sich am Dienstag um 1,76 Dollar oder 1,73 Prozent auf glatt 100,00 Dollar.
Entscheidende Hinweise auf den weiteren Pfad der Geldpolitik folgen am Donnerstag. Dann werden die US-PCE-Inflationsdaten veröffentlicht, die für den Zinskurs bis zum Jahresende als maßgeblicher Indikator gelten.


