Der Kupfer-Nickel-Explorer Green Bridge Metals gerät am heutigen Dienstag unter Druck: Die Aktie verliert 10,99 Prozent auf 0,0502 Euro und nähert sich damit dem 52-Wochen-Tief von 0,0466 Euro – nur noch 7,73 Prozent trennen den Kurs von dieser Marke. Der Ausverkauf setzt eine Talfahrt fort, die sich seit einer Kapitalerhöhung Ende Juli deutlich beschleunigt hat.

Kapitalerhöhung verwässert Aktionäre

Am 30. Juli schloss Green Bridge Metals eine „Best-Efforts“-Privatplatzierung ab: 32.006.000 Units zu je 0,125 kanadischen Dollar brachten dem Unternehmen brutto 4.000.750 kanadische Dollar ein. Stifel Canada fungierte als alleiniger Agent der Transaktion.

Jede Unit besteht aus einer Stammaktie und einem Warrant, der bis zum 30. Juli 2029 zu 0,155 kanadischen Dollar ausgeübt werden kann. Der Agent erhielt zusätzlich eine Option, bis zum 29. August 2026 weitere bis zu 6.000.000 Units zu platzieren – ein Instrument, das die Verwässerung noch ausweiten könnte, sollte es gezogen werden.

Für bestehende Aktionäre bedeutet die Finanzierung eine spürbare Ausweitung der ausstehenden Aktienzahl. Genau diese Verwässerung dürfte neben der allgemein angespannten Stimmung bei Explorationswerten zum aktuellen Kursrückgang beitragen.

Frisches Kapital soll Bohrprogramm finanzieren

Das eingesammelte Geld ist für das Phase-1-Bohrprogramm am Flaggschiff-Projekt Serpentine bestimmt, einem Kupfer-Nickel-Vorkommen in Minnesota. Anfang Juli genehmigte das Minnesota Department of Natural Resources den Explorationsplan des Unternehmens.

Green Bridge Metals beauftragte daraufhin Foraco International mit mindestens 1.640 Metern Diamantbohrungen. Der Start ist für August vorgesehen, parallel dazu soll metallurgische Testarbeit Aufschluss über Verarbeitungswege und mögliche Ausbeuten liefern.

Die laufenden Bohrungen sollen vor allem die geologische Sicherheit im bestehenden Mineralressourcenmodell erhöhen. Langfristig plant das Unternehmen eine deutlich größere Infill-Bohrkampagne über 25.500 Meter, dazu den Bau von Grundwasser-Überwachungsbrunnen sowie weiterführende Ingenieurstudien.

Diese Arbeiten sollen 2027 in eine Preliminary Economic Assessment münden, 2029 folgt nach aktueller Planung eine Pre-Feasibility Study. Bis dahin bleibt Serpentine ein Projekt mit langem Entwicklungshorizont, das auf kontinuierliche Finanzierungsrunden angewiesen ist.

Personalaufbau und Investor Relations

Parallel zur Finanzierung hatte Green Bridge Metals im Mai sein Team erweitert: Justin Brown übernahm die Position als Senior Geologist und Operations Manager, Jay Robbie wurde Senior Geologist und Technical Advisor, Sam Shahrokhi trat als Vice President of Corporate Development an.

Zeitgleich verlängerte das Unternehmen sein Mandat mit der Investor-Relations-Agentur MCS Market Communication Service bis zum 4. August beziehungsweise bis zur Ausschöpfung des vereinbarten Budgets – dafür flossen 372.000 Euro.

Für Anleger bleibt die Lage vorerst unübersichtlich. Die frische Finanzierung sichert die Fortführung der Exploration in Minnesota, drückt aber gleichzeitig auf den Aktienkurs. Ob das anstehende Bohrprogramm als Wendepunkt taugt, dürfte sich erst zeigen, wenn erste Ergebnisse aus Minnesota vorliegen.