Der koreanische Baukonzern GS Engineering & Construction erlebt einen Kurssprung von knapp 20 Prozent. Auslöser ist ein milliardenschweres KI-Datenzentrum-Projekt.

Die Aktie stieg am Mittwoch auf 30.100 Won, ein Plus von 19,92 Prozent. Damit notiert der Titel rund 35 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von Juni. Analysten sehen noch Luft nach oben.

Analyst hebt Kursziel deutlich an

Die Wertpapierexperten von Hana Securities reagierten auf die Wachstumsaussichten. Analyst Kim Seung-jun erhöhte das Kursziel von 45.000 auf 52.000 Won. Sein Rating: „Kaufen“.

Grundlage der optimistischen Prognose ist ein Großprojekt in Donghae. Die GS Group plant dort einen KI-Datencenter-Cluster mit 2,4 Gigawatt Leistung. Die Entwicklung erfolgt in zwei Phasen: 1,2 GW bis 2028, weitere 1,2 GW bis 2029.

Die Analysten schätzen das Auftragsvolumen für GS E&C auf über 10 Billionen Won. Entscheidend: Datenzentren lassen sich schneller bauen als klassische Infrastrukturprojekte. Das beschleunigt die Umsatzrealisierung.

Weitere Aufträge in der Pipeline

GS E&C baut bereits mehrere Datenzentren in Südkorea:
– Goyang: 20 Megawatt für 180 Milliarden Won
– Paju: 50 Megawatt für 320 Milliarden Won
– Sejong: 80 Megawatt für 525,9 Milliarden Won

Für das zweite Halbjahr 2026 erwarten Marktbeobachter zusätzliche Aufträge von rund 120 Megawatt. Das entspricht einem Volumen von rund einer Billion Won. Mögliche Standorte sind Ilsan und Busan.

Seit den 2010er Jahren hat GS E&C über zehn Datenzentren für Kunden wie LG Uplus, Hana Financial und Naver realisiert. Hinzu kommt eine starke Marktstellung im heimischen Städtebau: Im ersten Halbjahr 2026 belegte das Unternehmen Rang zwei bei städtischen Sanierungsaufträgen und sicherte sich Projekte im Wert von über 7 Billionen Won.

Das Kursziel von 52.000 Won basiert auf einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 für das laufende Geschäftsjahr. Die Aktie war nach Einschätzung der Analysten zuvor unterbewertet. Ob die Marke erreichbar bleibt, hängt maßgeblich vom Fortschritt der Donghae-Planung ab.