Die dänische Techbio-Schmiede Gubra sorgt für Aufsehen. Das Management hat frisches Geld in die Kasse gespült – und zwar auf eigene Rechnung.

Ein Zeichen des Vertrauens: Führungskräfte übten Warrants aus 2023 und zeichneten neue Aktien. Der Ausübungspreis lag bei umgerechnet rund 37,39 Euro je Anteilsschein. Die Papiere notieren derzeit bei 48,16 Euro – ein satter Aufschlag. Die Transaktion spülte dem Unternehmen rund 430.000 Euro in die Kasse.

Die Aktie selbst legte am Mittwoch um 7,89 Prozent zu. Sie liegt damit 20 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 40 Euro aus dem März. Der Abstand zum Jahreshoch von 75,50 Euro beträgt indes noch 36 Prozent. Der RSI von 57 signalisiert leichte Erholung, aber keine Überhitzung.

Rekordjahr 2025 – aber Gegenwind im Frühjahr

Die Finanzzahlen geben dem Optimismus Rückenwind. 2025 erzielte Gubra einen Umsatz von umgerechnet rund 2,6 Milliarden Dänischen Kronen. Das operative Ergebnis (EBIT) lag bei 2,2 Milliarden Kronen. Der Großteil des Umsatzes stammte aus einer Lizenzvereinbarung im Biotech-Segment.

Doch die Auftragsforschung (CRO) schwächelt. Für 2026 rechnet das Management hier nur mit einem Umsatzplus von null bis zehn Prozent. Makroökonomische Unsicherheiten bremsen. Im ersten Quartal 2026 halfen aber Meilensteinzahlungen aus Partnerschaften: Die Biotech-Sparte erlöste 28 Millionen Kronen. Die Bilanz bleibt tragfähig.

Zwei Blockbuster-Kandidaten in Wartestellung

Der eigentliche Treiber der Aktie sind die klinischen Programme gegen Fettleibigkeit. Gubra hat gleich zwei vielversprechende Wirkstoffe in der Pipeline. Beide stehen vor entscheidenden Testphasen.

Der Triple-Agonist BI 3034701 – entwickelt mit Boehringer Ingelheim – soll Mitte 2026 in Phase 2 gehen. Der lang wirkende Amylin-Analogon ABBV-295, den der Pharmariese AbbVie lizenziert hat, folgt im dritten Quartal. In Phase 1 zeigte ABBV-295 signifikante Gewichtsverluste. Das weckt Hoffnungen.

Hinzu kommt der eigenentwickelte Wirkstoff GUB-UCN2. Das Präparat zielt auf qualitativen Gewichtsverlust ab – Muskelmasse soll erhalten bleiben. Die klinische Prüfung ist beantragt. Ein eigener Kapitalmarkttag zum Programm soll noch in diesem Jahr folgen.

Gubra besitzt damit kurzfristig eine stabile Cash-Basis und langfristig echte Blockbuster-Potenziale. Die entscheidenden Monate kommen aber erst noch.