H-Power, vormals AFC Energy, hat für seinen LC30-Brennstoffzellengenerator die Konformitätsbescheinigung der TÜV SÜD erhalten. Damit erfüllt das Gerät die CE-Kennzeichnung und darf regulär in Europa und Großbritannien verkauft werden.

Die Zertifizierung bedient direkt einen Nachbestellauftrag über 15 Einheiten des Joint-Venture-Partners Speedy Hire und markiert damit den Übergang vom Entwicklungs- in den Vertriebsstatus für das Kernprodukt des Unternehmens.

Die Aktie reagiert am heutigen Mittwoch mit einem Plus von 4,3 Prozent auf 0,1296 Euro, nachdem sie gestern bei 0,1242 Euro geschlossen hatte. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 4,5 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt das Papier 9,5 Prozent im Plus.

Zum 52-Wochen-Hoch von 0,2035 Euro, erreicht im Mai, fehlen dem Kurs jedoch noch 36 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die jüngsten operativen Fortschritte den Markt noch nicht vollständig überzeugt haben.

Verlust wächst, Barreserve soll bis 2027 reichen

Erst am Samstag hatte das Unternehmen Zahlen für das am 31. Oktober 2025 endende Geschäftsjahr vorgelegt: Der Verlust vor Steuern kletterte auf 22,2 Millionen Pfund, nach 17,4 Millionen Pfund im Vorjahr.

Ursächlich waren vor allem nicht zahlungswirksame Bilanzanpassungen von 12,4 Millionen Pfund sowie der strategische Produktionsstopp der unprofitablen AR2-Einheit. Der jährliche Barmittelverbrauch sank dagegen auf 15,4 Millionen Pfund. Mit einer Kassenposition von 25,3 Millionen Pfund zum Jahresende reicht die Liquidität nach eigenen Angaben bis September 2027.

Die Zertifizierung des LC30 fügt sich in einen engen Zeitplan ein: Ab September 2026 sollen die ersten kommerziellen Auslieferungen der Generatoren starten, während am Pilotstandort Dunsfold bereits seit April Einnahmen aus dem Wasserstoffverkauf fließen. Zusätzlich hat H-Power im November eine Inbetriebnahme des ersten tragbaren Ammoniak-Crackers Hy-5 gemeinsam mit dem Partner ICL angekündigt.

Kostensenkung und neue Industriepartnerschaft

Über die Fertigungspartnerschaft mit Volex hat H-Power die Produktionskosten seiner Brennstoffzellen nach eigenen Angaben um 85 Prozent gesenkt und kann damit theoretisch bis zu 6.000 Einheiten pro Jahr herstellen. Parallel dazu wurde eine Entwicklungsvereinbarung mit einem nicht namentlich genannten S&P-500-Partner bekannt, die Ammoniak-Cracker für die Dekarbonisierung der Stahl- und Zementindustrie in größerem Maßstab nutzbar machen soll.

Ein automatisierter Analystendienst stufte die Aktie am heutigen Mittwoch neutral ein und verwies dabei auf den eingebrochenen Umsatz und den anhaltenden Kapitalverbrauch trotz des regulatorischen Meilensteins – eine Einschätzung, die eher die Kluft zwischen operativem Fortschritt und Finanzlage unterstreicht als eine grundsätzliche Neubewertung darstellt.

Medienberichten zufolge zählt H-Power neben ITM Power und Ceres Power zu den drei größten börsennotierten reinen Wasserstoffwerten Großbritanniens mit einer Marktkapitalisierung von jeweils über 100 Millionen Pfund.

Mit aktuell rund 195,5 Millionen Euro Marktkapitalisierung bewegt sich das Unternehmen damit in einem Umfeld, in dem die kommenden Monate – erste LC30-Auslieferungen, Hy-5-Inbetriebnahme und die Entwicklung der Barreserve – zeigen müssen, ob sich die technischen Fortschritte in tragfähige Umsätze übersetzen lassen.