Der Wasserstoff-Spezialist H2APEX vollzieht eine grundlegende Neuordnung seiner Börsenpräsenz. Die persönlich haftende Gesellschafterin des Unternehmens hat am Donnerstag beschlossen, einen Wechsel aus dem Regulierten Markt (Prime Standard) in das Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse zu beantragen.
Am Kapitalmarkt löste der angekündigte Schritt deutliche Verkäufe aus: Am Freitag schloss die Aktie mit einem Tagesverlust von 19 Prozent bei 1,00 Euro.
Der Wechsel in das KMU-Segment wird formell wirksam, sobald der Antrag eingereicht und die Entscheidung der Frankfurter Börse veröffentlicht ist. Rechtlich ermöglicht wird dieser Schritt durch eine veränderte Gesetzeslage, die ein Verlassen des Prime Standard ohne ein verpflichtendes öffentliches Delisting-Erwerbsangebot gestattet.
Für das Unternehmen bedeutet der Schritt spürbar schlankere Berichtspflichten und geringere Verwaltungskosten. Auf der anderen Seite verlieren Anleger die anspruchsvollen Transparenzstandards des regulierten Spitzenmarktsegments.
Operative Partnerschaft mit Lhyfe erweitert
Parallel zur Neuausrichtung an der Börse treibt das Unternehmen sein operatives Geschäft voran. Am Freitag meldete H2APEX den Ausbau der Zusammenarbeit mit dem Erzeuger Lhyfe. Der Vertrag sieht vor, dass Lhyfe in den kommenden zwei Jahren jährlich bis zu 100 Tonnen RFNBO-zertifizierten erneuerbaren Wasserstoff an H2APEX liefert.
Die Vereinbarung vertieft eine bereits bestehende Kooperation beider Konzerne. Das bezogene Gas soll das Angebot an grünem Wasserstoff für Mobilitäts- und Industrieanwendungen in Deutschland stärken. Auf diese Weise sichert sich H2APEX zusätzliche Mengen extern ab, um Kunden verlässlich zu bedienen, während der Aufbau eigener Produktionsanlagen weiter vorangetrieben wird.
Finanzielle Lage und Ausblick
Bilanziell markiert das laufende Geschäftsjahr eine Phase des Übergangs. Im ersten Quartal erzielte H2APEX einen Umsatz von 3,5 Millionen Euro, während das EBITDA bei minus 7,1 Millionen Euro lag. Der Auftragsbestand belief sich zum Ende des ersten Quartals auf 23,7 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr hält das Management an der Umsatzprognose von 14 bis 16 Millionen Euro fest. Ein großer Teil dieser Erlöse ist nach Unternehmensangaben vertraglich abgesichert. Die übergeordnete Strategie setzt weiterhin auf den Ausbau der eigenen Projektentwicklung, um die Kapazitäten für die künftige Wasserstoffproduktion im eigenen Portfolio zu erweitern.
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