Welche Weichen stellt Haier Smart Home, um die eigene Marktposition im vernetzten Wohnen auszubauen? Am heutigen Dienstag ernannte das Unternehmen die Tischtennisspielerin Sun Yingsha zur weltweiten Markenbotschafterin unter dem Motto „AI zu Hause“. Der Auftritt soll die Bekanntheit der intelligenten Produktpalette international schärfen.
Die Kampagne knüpft an die Initiative an, die der Konzern am 21. September unter dem Namen „Renjia+“ präsentierte. Haier setzt darauf, das traditionelle Geschäft mit Haushaltsgroßgeräten durch vernetzte Systeme und künstliche Intelligenz zu erweitern.
Damit reagiert das Management auf den Strukturwandel der Branche. Für Gerätehersteller verlagert sich der Mehrwert zunehmend von der reinen Hardware hin zur dauerhaften Kundenbindung über digitale Ökosysteme.
Zuwächse bei vernetzten Nutzern
Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete Haier deutliche Zuwächse bei der Plattformnutzung. Nach Unternehmensangaben überschritt die Zahl der weltweit registrierten Smart-Home-Nutzer die Marke von 130 Millionen. Die monatlich aktiven Nutzer der konzerneigenen App legten im selben Zeitraum um 14 Prozent zu.
Die Plattform bildet das operative Rückgrat der Strategie. Über digitale Schnittstellen werden vernetzte Haushaltsgeräte gebündelt, um Automatisierungsfunktionen im Alltag bereitzustellen.
Regional verteilt sich diese Nutzerbasis auf unterschiedliche Systeme. In China und entlang der Seidenstraßen-Region sind über 100 Millionen Geräte über Haismart angebunden. In den Märkten in Amerika, Europa und Australien verzeichnet die Plattform SmartHQ mehr als 5 Millionen aktive Nutzer sowie über 21 Millionen vernetzte Produkte.
Mit der wachsenden Verbreitung dieser Systeme zielt Haier darauf ab, zusätzliche Erlösquellen über Software-Dienste zu erschließen. Die Einbindung von Partnern in das eigene Ökosystem soll die Attraktivität der Geräte weiter steigern.
Starke Stellung im Weiße-Ware-Segment
Die Software-Offensive stützt sich auf eine gefestigte Marktstellung im Basisgeschäft. Laut dem Marktforschungsinstitut Euromonitor führt das Unternehmen seit 17 aufeinanderfolgenden Jahren das weltweite Ranking beim Absatzvolumen von Haushaltsgroßgeräten an. Im März stufte das Institut den Konzern zudem als weltweiten Spitzenreiter beim Umsatz mit vernetzten Heimlösungen ein.
Auf diesem Fundament forciert Haier auch den Vertrieb moderner Produktlinien in Übersee.
Im europäischen Markt erzielte der Konzern mit Neuentwicklungen messbare Fortschritte. Für die in Großbritannien eingeführten Horizon-Kühlschränke beliefen sich die weltweiten Verkäufe zuletzt auf mehr als 60.000 Einheiten. Europäische Händler hatten für die Modellreihe anfangs einen Auftrag über 20.000 Stück erteilt.
Gedämpfte Stimmung an den Märkten
Trotz der operativen Fortschritte bei Nutzern und vernetzten Geräten bleibt die Bewertung an den Aktienmärkten zurückhaltend. Investoren beobachten aufmerksam, in welchem Umfang die wachsende Plattformbasis künftig zu nachhaltigen Ertragssteigerungen führt.
Im heutigen Handel notiert das Papier bei 1,88 Euro und verharrt damit mit einem Abstand von 13 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2,16 Euro.
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