Hanwha Aerospace stockt seinen Anteil am südkoreanischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Korea Aerospace Industries (KAI) kräftig auf. Der Vorstand genehmigte eine zusätzliche Investition von 500 Milliarden Won zur nochmaligen Aufstockung des KAI-Anteils. Schon jetzt hält die Hanwha-Gruppe insgesamt 9,04 Prozent an KAI und ist damit zweitgrößter Aktionär. Gelingt der neue Zukauf, steigt der Anteil auf über 12 Prozent.

Strategischer Ausbau

Die Beteiligung hatte Hanwha Aerospace im Mai bereits von „passiver Investition“ auf „Beteiligung an der Unternehmensführung“ umgewidmet. Der Schritt war damals nötig, weil die Anteile die Fünf-Prozent-Schwelle überschritten. Nun folgt die nächste Eskalation. Hanwha Aerospace verfolgt einen klaren Plan: das Unternehmen will ein umfassendes integriertes Verteidigungssystem aufbauen – über alle Dimensionen hinweg.

Konkret geht es um die gemeinsame Entwicklung von Triebwerken für den KF-21-Kampfjet. Auch bei unbemannten Luftfahrzeugen (UAVs) wollen beide Firmen kooperieren. Dazu kommt der gemeinsame Einstieg in den kommerziellen Weltraummarkt – vor allem bei Satelliten und Trägerraketen. Hinzu kommt die Integration von Raketen in die Plattformen KF-21 und FA-50.

Starke Exportnachfrage

Der Vorstoß fällt in eine Phase hoher Dynamik für die koreanische Rüstungsindustrie. Hanwha Aerospace profitiert von wachsenden Verteidigungsausgaben, insbesondere aus dem Nahen Osten. Auch nach Polen, Ägypten und Australien laufen Exporte. Der Auftragsbestand liegt bei rund 38 Billionen Won – das entspricht etwa 25,1 Milliarden Dollar. Diese Orders sichern die Auslastung bis mindestens 2028.

Analysten rechnen mit einem kräftigen Gewinnsprung. Das operative Ergebnis könnte in der zweiten Jahreshälfte um 62,7 Prozent steigen. Grund ist die vollständige Erfassung der laufenden Rüstungsexporte.

Aktie unter Druck

Die Aktie notierte am Freitag bei 1.098.000 Won – ein Minus von 7,65 Prozent. Auf 30-Tage-Sicht liegt der Verlust bei 12,09 Prozent. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 1.570.000 Won, das der Titel Mitte April erreichte, notiert die Aktie rund 30 Prozent tiefer.

Der RSI liegt bei 42,7 Punkten, die Aktie hat damit noch Luft nach unten, zeigt aber keine extreme Überschuldung an. Erholungspotenzial besteht – vorausgesetzt, die strategische Neuausrichtung kommt bei den Investoren an. Gut möglich, dass die Kursschwäche der vergangenen Wochen und der heutige Ausverkauf genau diese Skepsis widerspiegeln. Die Anleger fragen sich offenbar, ob die Milliardeninvestition in KAI den gewünschten Schub bringt.