Die Heliad AG zieht den Stecker. Vorstand und Aufsichtsrat der Beteiligungsgesellschaft haben beschlossen, die Aktien aus dem Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse zu nehmen.
Parallel dazu legt der Großaktionär Bernd Förtsch ein Angebot für alle ausstehenden Aktien vor. Der Preis: 14,25 Euro je Anteilsschein.
Warum Heliad die Börse verlässt
Das Unternehmen begründet den Schritt mit der langfristigen Ausrichtung des Geschäftsmodells. Heliad investiert in junge Wachstumsfirmen – und das oft zehn Jahre oder länger.
Diese Strategie kollidiert mit den kurzfristigen Kursbewegungen an der Börse. Hinzu kommt ein praktisches Problem: Gründer und Co-Investoren bevorzugen Partner ohne Offenlegungspflichten. Die Publizitätsvorschriften eines Börsennotierten erschweren den Zugang zu exklusiven Finanzierungsrunden im Venture-Capital-Sektor.
Das Management betont: Es geht nicht um operative Schwäche. Sondern um Effizienz und Kosteneinsparung.
Das Abfindungsangebot im Detail
Die GfBk Gesellschaft für Börsenkommunikation mbH – dem Investor Bernd Förtsch zuzurechnen – bietet 14,25 Euro je Aktie.
Die Annahmefrist startet voraussichtlich im Juli. Für Minderheitsaktionäre ist das die gesetzlich vorgesehene Ausstiegsmöglichkeit vor dem endgültigen Delisting.
Der Zeitplan ist klar: Der Handel an der Frankfurter Börse soll im September enden. Wer das Angebot nicht annimmt, hält danach Anteile an einer nicht börsennotierten Gesellschaft.
Die Bewertungslücke als Hintergrund
Der innere Wert des Portfolios liegt bei rund 266 Millionen Euro. Der Börsenwert der Heliad AG notierte zuletzt deutlich darunter.
Zu den Kernbeteiligungen gehören der Broker FlatexDegiro, das Fintech Raisin sowie die Wachstumsfirmen Clark und Enpal. Allein der FlatexDegiro-Anteil macht einen wesentlichen Teil des Portfoliowertes aus.
Die Diskrepanz zwischen Börsenkurs und Substanzwert war lange ein Thema unter Anlegern. Mit dem Delisting verschwindet die Chance, über die Aktie an diesem Portfolio zu partizipieren. Der Abschluss des Prozesses wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.
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