Der im Dezember 2025 fusionierte Versicherungskonzern Helvetia Baloise hat heute seine ersten gemeinsamen Halbjahreszahlen vorgelegt. Mit einem bereinigten Betriebsergebnis von 631,6 Millionen CHF übertrifft das Unternehmen seine eigenen Mittelfristziele und hebt das Tempo bei der Zusammenführung an. An den Finanzmärkten sorgte der Zwischenbericht für Zuspruch: Im Tagesverlauf legte das Papier um 5,8 Prozent auf 238,80 Euro zu.

Fusionsabschreibungen drücken IFRS-Ergebnis

Während das operative Geschäft kräftig zulegte, schlägt die Übernahme in der Rechnungslegung nach IFRS noch deutlich zu Buche. Hohe fusionsbedingte Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 671,7 Millionen CHF drückten den IFRS-Periodengewinn auf 84,6 Millionen CHF.

Demgegenüber stand eine starke Entwicklung im Kerngeschäft. Die Schaden-Kosten-Quote in der Nichtlebensparte belief sich auf 92,0 Prozent. Das gesamte Geschäftsvolumen erreichte in den ersten sechs Monaten 11,7 Milliarden CHF.

Die annualisierte Rendite auf das bereinigte Eigenkapital kletterte auf 18,7 Prozent. Damit liegt der Versicherer bereits über dem Zielkorridor von 16 bis 18 Prozent, der eigentlich für die Jahre 2026 bis 2028 ausgegeben worden war.

Sparziele werden schneller erreicht

Auch bei der Integration der beiden Traditionshäuser meldet das Management raschere Fortschritte als ursprünglich kalkuliert. Vom langfristig anvisierten Synergieziel über 650 Millionen CHF hat der Konzern auf Run-Rate-Basis bereits knapp die Hälfte gesichert. Für das Jahresende 2026 hob das Management die Erwartung an: Statt der zuvor prognostizierten rund 50 Prozent sollen nun bereits etwa 60 Prozent der Gesamtsynergien realisiert sein.

Die dafür notwendigen Integrationskosten bewegen sich laut Unternehmensangaben in der unteren Hälfte der veranschlagten Spanne von 500 bis 600 Millionen CHF. Bis zum Ende des ersten Halbjahres fielen hierfür etwas mehr als 200 Millionen CHF an. Begleitet wird der Zusammenschluss von einem Stellenabbau, der zwischen 2.000 und 2.600 der ursprünglich rund 22.000 Vollzeitstellen umfasst.

Umbau im Management und Ausblick auf das zweite Halbjahr

Gleichzeitig ordnet der Schweizer Konzern seine Führungsetage neu. Ab Oktober übernimmt Sandra Hürlimann in der Konzernleitung die neu geschaffene Funktion des Chief Technology & Transformation Officer. Sie verantwortet künftig gruppenweit IT, Systemmigration sowie die Transformationsprozesse. Der stellvertretende Konzernchef Michael Müller sowie Technologiechef Alexander Bockelmann werden die Gruppe dagegen Ende September verlassen.

Für das zweite Halbjahr zeichnen sich bereits erste Belastungen durch Naturereignisse ab. Ein schweres Hagelunwetter Ende August dürfte nach Rückversicherungsschirm voraussichtlich mit 120 bis 140 Millionen CHF vor Steuern belasten.

Bei den Ausschüttungen hält die Gruppe an ihren Zielen fest: Für den Zeitraum von 2026 bis 2028 sind Gesamtausschüttungen von mehr als 2,8 Milliarden CHF avisiert. Nach den jüngsten Kursgewinnen notiert die Aktie mit einem Abschlag von 3,6 Prozent nur noch knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch.