Hendrik Wüst reist für Wirtschaftsgespräche in die Türkei

Nordrhein-Westfalen will den Handel mit der Türkei ausbauen; das jährliche bilaterale Volumen beträgt zehn bis zwölf Milliarden Euro.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Dreitägiger Besuch in Ankara und Istanbul
  • Wirtschaftsdelegation begleitet den Ministerpräsidenten
  • Handelsvolumen von zehn bis zwölf Milliarden Euro
  • Mehr als 1.200 türkische Firmen in NRW

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst will die wirtschaftliche Partnerschaft mit der Türkei vertiefen. Am Montagmorgen brach der CDU-Politiker in Begleitung einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation zu einer dreitägigen Reise nach Ankara und Istanbul auf. Es ist der erste Besuch eines nordrhein-westfälischen Regierungschefs in dem Land überhaupt. Das Ziel formuliert Wüst offensiv: ein neues Kapitel in den bilateralen Beziehungen aufzuschlagen.

Enge wirtschaftliche Verflechtung

Den historischen Anlass der Reise bildet das 65. Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens. Ökonomisch ist das Bundesland stark mit der Türkei verflochten. Das jährliche bilaterale Handelsvolumen liegt zwischen zehn und zwölf Milliarden Euro. Das entspricht rund 20 Prozent des gesamten deutsch-türkischen Warenaustauschs.

Mehr als 1.200 türkische Firmen sind derzeit in Nordrhein-Westfalen aktiv. Umgekehrt nutzen deutsche Konzerne den türkischen Markt als Fertigungsstandort. In Ankara besucht Wüst am Montag unter anderem ein Werk des Düsseldorfer Konsumgüterherstellers Henkel und trifft türkische Wirtschaftsvertreter. Am Dienstag folgt in Istanbul die Teilnahme an einer Wirtschaftskonferenz.

Politisches Spannungsfeld

Die Annäherungsversuche finden in einem heiklen Umfeld statt. Die Verhandlungen über einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union liegen wegen Rückschritten bei Rechtsstaatlichkeit und Demokratie auf Eis. Erst Mitte September lösten Razzien gegen zivilgesellschaftliche Gruppen sowie der anhaltende Druck auf die politische Opposition neue Kritik aus. Die Landesregierung argumentiert, dass eine enge wirtschaftliche Partnerschaft die Voraussetzung schafft, um auch kritische Themen wirksam zu adressieren.

Vor seinem Abflug bezog der Regierungschef auch zu innenpolitischen Debatten Stellung. Berichten über eine mögliche Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz erteilte er eine Absage und betonte, sein Amt in Düsseldorf fortführen zu wollen. Nach den Wirtschaftsgesprächen endet der Besuch am Dienstag in Istanbul mit einer Auszeichnung für den ehemaligen deutschen Fußball-Nationalkapitän Ilkay Gündogan.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.