Europas Rüstungskonzerne schwimmen in Aufträgen. Der französische Konkurrent Thales meldete gerade ein massives Plus im Verteidigungsgeschäft. Bei Hensoldt spiegelt der Aktienkurs diese Goldgräberstimmung nicht wider. Im Gegenteil. Am Freitag rutschte das Papier um knapp sechs Prozent auf 73,32 Euro ab. Auf Wochensicht steht ein Minus von über zehn Prozent.
Das operative Nadelöhr
Das Problem liegt nicht bei der Nachfrage. Hensoldt gewinnt schlicht schneller Aufträge, als das Unternehmen sie abarbeiten kann. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9 zeigt das deutlich. Es kommen fast doppelt so viele Bestellungen herein, wie der Konzern fakturiert. Der Auftragsbestand übersteigt den Jahresumsatz mittlerweile um mehr als das Dreifache.
Produktionsengpässe bremsen das Wachstum. Hinzu kommen interne Baustellen. Eine laufende SAP-Einführung und das Effizienzprogramm „Operations 2.0“ belasten kurzfristig das Ergebnis. Die Free-Cashflow-Conversion sinkt deshalb vorübergehend auf rund 40 Prozent.
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Milliarden-Investitionen gegen den Stau
Das Management steuert massiv gegen. Hensoldt plant für das laufende Jahr weitere 1.600 Stellen. Bis 2027 fließt rund eine Milliarde Euro in den Ausbau der Kapazitäten. Dazu gehören die Integration der niederländischen Nedinsco und ein neuer Standort für die Radarproduktion.
Um die Lieferketten abzusichern, hat Hensoldt einen langfristigen Vertrag geschlossen. United Monolithic Semiconductors liefert bis 2030 fast eine Million Gallium-Nitrid-Halbleiterbausteine. Diese Komponenten sind wichtig für Radarsysteme, die in Luftverteidigungssystemen wie Skyranger und IRIS-T stecken.
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Leerverkäufer wetten gegen die Aktie
Die operative Verzögerung lockt Spekulanten an. Die Leerverkaufsquote hat sich zuletzt auf 3,28 Prozent verdoppelt. Marktbeobachter sehen darin eine Wette gegen die hohe Bewertung. JPMorgan stuft die Aktie weiterhin auf „Neutral“ ein und senkte das Kursziel auf 85 Euro. Die Analysten verweisen auf Bedenken bei der Gewinnprognose für die kommenden Jahre.
Am 6. Mai präsentiert Hensoldt die Zahlen für das Auftaktquartal. Der Bericht muss belegen, dass der Konzern seinen Auftragsbestand schneller in Umsatz verwandelt. Wenig später, am 22. Mai, folgt die Hauptversammlung. Dort steht eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie zur Abstimmung.
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