Peking greift durch. Das chinesische Handelsministerium hat den deutschen Rüstungskonzern Hensoldt auf eine offizielle Sanktionsliste gesetzt. Die Folge: ein striktes Exportverbot für Dual-Use-Güter.

Insgesamt trifft die Maßnahme sieben europäische Unternehmen. China begründet den Schritt mit angeblichen Waffenlieferungen an Taiwan. Peking sieht die eigene nationale Sicherheit gefährdet. Chinesische Firmen dürfen nun keine Güter mit doppeltem Verwendungszweck mehr an Hensoldt liefern. Auch der Re-Export über Drittstaaten ist ab sofort untersagt.

Risiko für die Lieferkette

Für den Spezialisten für Radartechnologie bedeutet das neue Hürden. Hensoldt braucht für seine Produktion zwingend spezialisierte Elektronikbauteile. Die Beschränkungen umfassen laut Berichten auch Seltene Erden. Diese Rohstoffe sind für den Bau von Drohnen und Halbleitern unverzichtbar. Chinesische Exporteure benötigen ab sofort explizite Genehmigungen für Geschäfte mit den gelisteten Firmen.

Rote Vorzeichen an der Börse

Investoren reagierten am Freitag nervös auf die neuen Sanktionen. Die Hensoldt-Aktie verlor im Xetra-Handel 6,7 Prozent und schloss bei 72,72 Euro. Damit weitet sich der Wochenverlust auf knapp elf Prozent aus.

Das Timing der Sanktionen ist brisant. Hensoldt plant, am 6. Mai die Zahlen für das Auftaktquartal zu präsentieren. Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit einem Ergebnis je Aktie von rund 1,77 Euro. Das Management wird sich bei dem Termin voraussichtlich zu den Lieferketten äußern. Bisher hat das Unternehmen nicht offiziell bewertet, wie stark der chinesische Exportstopp das künftige Geschäft trifft.