Starkes Auftragsbuch, neue Radarverträge, ambitionierte Softwarestrategie — und trotzdem fällt die Aktie. Bei Hensoldt klaffen operative Stärke und Börsenstimmung gerade merklich auseinander.
Short-Interesse verdoppelt sich
Der Kursrückgang unter die 80-Euro-Marke hat Leerverkäufer angelockt. Der Short-Interest-Anteil stieg auf 3,28 Prozent — mehr als das Doppelte des Zwölfmonatsdurchschnitts von 1,42 Prozent. Auslöser war kein Hensoldt-spezifisches Problem, sondern sektorweiter Druck: Spekulationen über eine diplomatische Annäherung im Nahen Osten belasteten auch Rheinmetall und Renk.
Aktuell notiert die Aktie bei 78,54 Euro, rund 32 Prozent unterhalb des Oktober-Hochs von 115,10 Euro. Mit einem RSI von 34 nähert sich das Papier überverkauftem Terrain — ein technisches Signal, das aber allein noch keine Trendwende einläutet.
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50 Radarsysteme, Lieferung 2026
Operativ liefert Hensoldt weiterhin. Die britische Tochter sicherte sich Anfang April zwei Verträge mit SRT Marine System Solutions über insgesamt 50 Küstenradarsysteme — alle sollen noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Die Systeme basieren auf der Coherent Shore-Based Sensor-Lösung, die speziell für anspruchsvolle Küstenbedingungen entwickelt wurde.
Das klingt nach einem überschaubaren Auftrag, ist aber mehr als das: Hensoldt hat einen Rekordauftragsbestand von 8,83 Milliarden Euro aufgebaut. Das eigentliche Problem ist die Geschwindigkeit, mit der dieser Bestand in Umsatz fließt. Die 50 Radarlieferungen bis Jahresende sind ein konkreter Praxistest genau dafür.
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Software als nächste Wachstumsstufe
Parallel dazu treibt Hensoldt den Umbau vom Sensorlieferanten zum Softwareanbieter voran. Seit November 2025 ist die MDOcore-Suite im Markt — eine Plattform für Multi-Domain-Operationen, die unterschiedliche Systeme verschiedener Nationen in Echtzeit vernetzen soll. Ein deutsches Radar, eine französische Luftabwehrbatterie, ein amerikanisches Führungssystem: MDOcore soll als gemeinsame Datenebene funktionieren.
Das ist strategisch schlüssig, aber BofA Securities dämpft die kurzfristigen Erwartungen. Die Bank sieht 2026 als „Übergangsjahr“ mit einer Umsatzprognose von rund 2,75 Milliarden Euro — leicht unterhalb des Konsenses. Laufende SAP-Implementierungskosten sollen die Marge bis 2029 belasten.
Wenn Hensoldt am 15. Mai die Zahlen für das erste Quartal 2026 vorlegt, werden Investoren vor allem eines prüfen: ob das Auftragspolster endlich schneller in sichtbaren Umsatz umgemünzt wird.
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