Hensoldt Aktie: Rekordaufträge reichen nicht

Der Rüstungskonzern meldet starkes Auftragswachstum und hebt die Prognose an, doch der knapp verfehlte Umsatz führt zu Kursverlusten. Der Markt hinterfragt die Umsetzungsfähigkeit der Rekordbestellungen.

Hensoldt Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz 2025 knapp unter Analystenerwartungen
  • Auftragseingang explodiert um 62 Prozent
  • Unternehmen hebt Umsatz- und Margenziele für 2026 an
  • Aktie verliert trotz positiver Zahlen deutlich

Hensoldt legt am 26. Februar starke Jahreszahlen vor – doch die Börse straft die Aktie mit über fünf Prozent Minus ab. Ein Auftragseingang, der den Umsatz um mehr als das Doppelte übersteigt, und ein angehobener Ausblick für 2026 können die Enttäuschung über einen knapp verfehlten Umsatzkonsens nicht kompensieren. Warum reagieren Anleger so verhalten?

Umsatz verfehlt Erwartungen knapp

Der Umsatz des Verteidigungselektronikers stieg 2025 um knapp zehn Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Das klingt solide, lag aber unter dem Marktkonsens von 2,50 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA kletterte um zwölf Prozent auf 452 Millionen Euro, was einer Marge von 18,4 Prozent entspricht – exakt im Rahmen der im Oktober aktualisierten Prognose.

Die Zahlen waren gut, aber eben nicht überraschend gut. Anleger hatten bereits viel eingepreist. Eine punktgenaue Erfüllung der Erwartungen genügte nicht, um die zuletzt stark gestiegene Aktie weiter zu stützen.

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4,7 Milliarden Euro Auftragseingang als Highlight

Das eigentliche Highlight liefert der Auftragseingang: Er explodierte um 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis erreichte 1,9x – Hensoldt sammelt damit fast doppelt so viele neue Aufträge ein, wie das Unternehmen aktuell umsetzt. Der Auftragsbestand schwoll auf 8,83 Milliarden Euro an.

Getrieben wurde das Wachstum durch Großprogramme wie Luchs 2, Luftverteidigungsradare, das Eurofighter-Programm und PEGASUS. Das Signal ist klar: Die Nachfrage nach Verteidigungselektronik boomt. Doch der Markt stellt eine entscheidende Frage: Kann Hensoldt diese Aufträge schnell genug abarbeiten?

Angehobene Prognose für 2026

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet Hensoldt mit einem Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll auf 18,5 bis 19 Prozent steigen. Das Book-to-Bill-Verhältnis bleibt mit 1,5 bis 2,0 auf hohem Niveau. Der bereinigte Free Cash Flow soll bei rund 40 Prozent des bereinigten EBITDA liegen.

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Die Dividende erhöht sich um zehn Prozent auf 0,55 Euro je Aktie. Parallel sicherte der Aufsichtsrat am 24. Februar Kontinuität an der Spitze: CEO Oliver Dörre bleibt bis Ende 2031 im Amt.

Warum die Aktie trotzdem fällt

Der Kursrückgang spiegelt ein klassisches Börsenmuster wider: Wenn ein Titel bereits viel Positives eingepreist hat, genügt eine kleine Enttäuschung – in diesem Fall der knapp verfehlte Umsatz – um Gewinnmitnahmen auszulösen. Hinzu kommt die Frage nach der Skalierbarkeit: Rekordaufträge sind nur dann wertvoll, wenn Kapazitäten, Lieferketten und Abnahmen reibungslos funktionieren. Der Markt wartet auf Beweise, dass Hensoldt den massiven Auftragsbestand auch zeitnah in Umsatz verwandeln kann.

Am 26. März folgen die geprüften Konzernabschlüsse, am 6. Mai die Zahlen für das erste Quartal 2026. Bis dahin dürfte die Aktie auf der aktuellen Basis nach Orientierung suchen.

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