Hensoldt und Rheinmetall haben ihre Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung vertieft. Das Passivradar „Twinvis“ von Hensoldt wurde erfolgreich in das Führungs- und Waffeneinsatzsystem „Skymaster“ von Rheinmetall integriert. Die Bundeswehr testete die Vernetzung während der Übung „Timber Express 2026″, wie Rheinmetall mitteilte.
Die Integration zeigt, wie eng die beiden deutschen Rüstungskonzerne mittlerweile bei der Luftverteidigung zusammenarbeiten. Für Hensoldt ist die Einbindung des eigenen Radarsystems in eine Plattform eines der größten europäischen Verteidigungsunternehmen ein Signal, das über den einzelnen Auftrag hinausreicht: Es unterstreicht die Rolle des Unternehmens als Sensorik-Zulieferer für vernetzte Verteidigungssysteme.
Aktie unter Druck trotz operativer Fortschritte
Der Kurs zeigt sich davon zuletzt unbeeindruckt. Am Freitag schloss die Aktie bei 89,20 Euro, ein Minus von 0,6 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 6,5 Prozent zu Buche, während sich das Papier auf Monatssicht um 15 Prozent verteuert hat.
Seit Jahresbeginn liegt Hensoldt damit weiterhin deutlich im Plus, mit 22 Prozent Kursgewinn. Vom 52-Wochen-Hoch bei 117,70 Euro, erreicht im Oktober 2025, ist die Aktie derzeit rund ein Viertel entfernt.
Die Kursschwäche der vergangenen Woche fällt in eine Phase, in der operativ mehrere positive Nachrichten zusammenkamen. Vor gut drei Wochen hatte Hensoldt seinen Halbjahresbericht vorgelegt: Der Auftragseingang verdoppelte sich im ersten Halbjahr auf 2,81 Milliarden Euro, der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekordwert von 10,36 Milliarden Euro, ein Plus von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Umsatz wuchs um 24 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA um 29 Prozent auf 137 Millionen Euro. Die Jahresprognose mit einem erwarteten Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro und einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent hatte das Unternehmen damals bestätigt.
Insider verkauft, Kooperationen laufen weiter
Für Aufmerksamkeit sorgte am Dienstag zudem eine Insider-Transaktion: Vorstandsmitglied Reiner Winkler veräußerte 10.000 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 94,71 Euro, das Volumen belief sich auf gut 947.000 Euro. Solche Verkäufe von Führungskräften werden von Marktteilnehmern regelmäßig beobachtet, sagen für sich genommen aber wenig über die fundamentale Verfassung eines Unternehmens aus.
Parallel treibt Hensoldt seine strategische Aufstellung voran. Anfang August hatten Hensoldt und Bosch eine Kooperation zur Gründung eines Entwicklungszentrums für „Software-Defined Defence“ in Leinfelden bei Stuttgart angekündigt, mit dem Ziel, 300 neue Stellen für Fachkräfte aus der Automobilbranche zu schaffen.
Am selben Tag hatte das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr Hensoldt den Serienauftrag für die Ausrüstung der „Joint Fire Support Teams“ erteilt.
Blick nach vorn
Die operative Dynamik bleibt also intakt, auch wenn der Kurs zuletzt konsolidierte. Anleger richten den Blick nun auf kommende Branchentermine: Hensoldt ist Anfang September auf der SMM in Hamburg und Mitte September auf der MSPO in Kielce präsent. Die nächste Quartalsmitteilung zum 30. September wird für den 5. November erwartet und dürfte zeigen, ob sich die starke Auftragsdynamik aus dem ersten Halbjahr fortsetzt.
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