Die Auftragsbücher sind voll, die Kapazitäten am Limit. Ein geopolitischer Nackenschlag bremst nun die Euphorie um den Rüstungskonzern Hensoldt. Peking hat das Unternehmen auf eine Exportkontrollliste für Dual-Use-Güter gesetzt. Die Folge: ein spürbarer Kursrutsch.
Die Aktie verlor zuletzt rund neun Prozent. Mit einem Kurs von gut 72 Euro fiel das Papier deutlich unter seinen langfristigen Durchschnitt. Chinas Handelsministerium verbietet heimischen Firmen Lieferungen an Hensoldt. Peking begründet dies mit Waffenverkäufen an Taiwan. Das Management beschwichtigt. Finanzvorstand Christian Ladurner verweist auf gut gefüllte Lager. Die Vorräte an wichtigem Germanium reichen demnach bis Ende 2028.
Um langfristig unabhängig zu werden, arbeitet Hensoldt mit dem Fraunhofer-Institut zusammen. Ab Ende 2027 will der Konzern eigene Kristalle züchten. Das eigentliche Problem des Unternehmens liegt derzeit ohnehin woanders. Der Rüstungszulieferer kommt mit der Produktion kaum hinterher. Die Aufträge stiegen im vergangenen Jahr um 62 Prozent. Das Book-to-Bill-Verhältnis liegt bei 1,9. Es kommen also fast doppelt so viele Bestellungen herein, wie Hensoldt abarbeiten kann.
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Investitionen gegen den Flaschenhals
Um diesen Rückstand aufzuholen, investiert das Unternehmen massiv. Bis 2027 fließt rund eine Milliarde Euro in den Kapazitätsausbau. Dazu gehört auch ein neues Produktionswerk für Radarsysteme. Ferner braucht der Konzern dringend Personal. Hensoldt plant im laufenden Jahr bis zu 1.600 Neueinstellungen. Dabei geht das Unternehmen unkonventionelle Wege. Eine Kooperation mit dem Technologiekonzern Voith soll deren Mitarbeitenden einen Wechsel in die Rüstungsbranche erleichtern.
Zahlenwerk im Fokus
Am 6. Mai präsentiert Hensoldt die Zahlen für das erste Quartal. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 493 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von knapp 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Ergebnis je Aktie rechnen Experten weiterhin mit einem saisonüblichen Verlust.
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Die Deutsche Bank hält vor dem Bericht an ihrer Kaufempfehlung fest. Analyst Christophe Menard sieht das Kursziel bei 101 Euro. Barclays bleibt mit einem Ziel von 95 Euro neutral. Die britische Bank bewertet hohe Kosten für eine neue SAP-Software als Belastung.
Die Jahresprognose des Managements steht derweil. Der Vorstand erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro. Kurz nach den Quartalszahlen folgt der nächste wichtige Termin für Aktionäre. Am 22. Mai findet die Hauptversammlung statt. Dort steht die vorgeschlagene Dividende von 0,55 Euro je Aktie zur Abstimmung.
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