Die Pariser Staatsanwaltschaft hat einen Schweizer Anwalt unter formelle Untersuchung gestellt. Die Vorwürfe: angebliche Veruntreuung von Hermes-Aktien aus dem Besitz von Nicolas Puech, einem Erben der Gründerfamilie. Der gesamte Vorgang soll dem Luxuskonzern LVMH zugutekommen.
LVMH bestreitet die Vorwürfe. Ein Sprecher des Konzerns wiederholte das Dementi, der beschuldigte Anwalt lehnte eine Stellungnahme ab. Die Ermittlungen werfen jedoch ein Schlaglicht auf die Machtverhältnisse in der Luxusbranche – und auf die Frage, wie stabil das Aktionärsgefüge bei Hermes tatsächlich ist.
Hintergrund der Vorwürfe
Der Fall betrifft Aktien eines Hermes-Erben, die angeblich unrechtmäßig den Besitzer wechselten. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob LVMH dahintersteckt. Selbst ohne Beweise belastet der Vorgang das Verhältnis der beiden Luxusgiganten. LVMH hält seit Jahren keine direkte Beteiligung mehr an Hermes, nachdem ein früherer Übernahmeversuch gescheitert war.
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Die Neuigkeiten kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Hermes ohnehin unter Druck steht. Die Aktie notierte am Donnerstag bei 1.650 Euro, ein Plus von 0,79 Prozent zum Vortag. Doch der Blick auf das vergangene Jahr zeigt ein anderes Bild: Rund 31 Prozent Verlust – Tendenz leicht erholend, aber das 52-Wochen-Hoch von 2.465 Euro liegt mehr als 33 Prozent entfernt.
Markt wartet auf Klarheit
Der Luxussektor kämpft 2026 mit schwächelnder Nachfrage, vor allem in China und den USA. Hermes investiert parallel in neue Läden – etwa am Berliner Kurfürstendamm und in Osaka –, um die Markenpräsenz zu stärken. Das ist langfristig richtig, hilft aber kurzfristig wenig gegen die Verunsicherung.
Die Ermittlungen werden die Anleger noch länger beschäftigen. Solange keine neuen Fakten vorliegen, dürfte die Aktie zwischen Erholung und Skepsis schwanken. Ein Auslöser für neue Kursimpulse ist nicht in Sicht – weder positiv noch negativ.
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