Hermès setzt trotz schwieriger Nachfrage in China weiter auf Investitionen und zusätzliche Kapazitäten. Nach Angaben von Reuters bekräftigte das Unternehmen heute seine Pläne, die Lederwarenproduktion in den kommenden Jahren jährlich um rund 6 % zu steigern. Für Anleger liegt darin eine klare Weichenstellung: Hermès richtet den Ausbau am langfristigen Geschäft aus, obwohl sich das Wachstum zuletzt verlangsamt hat.
Investitionen trotz schwacher Nachfrage
Finanzchef Eric du Halgouët bezeichnete den chinesischen Markt heute als „sehr schwierig“. Zugleich stellte er klar, dass Hermès dort weiter investieren werde. Die langfristigen Perspektiven beurteilt das Unternehmen weiterhin zuversichtlich.
Das ist kein Signal für eine bereits einsetzende Erholung. Vielmehr hält Hermès an seiner Ausrichtung fest, während die chinesische Nachfrage das Geschäft belastet. Nach Reuters ging der Umsatz mit Bekleidung und Accessoires ausschließlich wegen schwacher chinesischer Nachfrage nach Accessoires zurück.
Der geplante Kapazitätsausbau betrifft allerdings die Lederwarenproduktion. Damit setzt Hermès bei einer Sparte an, die weiterhin deutlich wächst. Die Schwäche im Accessoiresgeschäft und die Investitionspläne für Lederwaren sollten Anleger deshalb nicht gleichsetzen.
Lederwaren stützen die Ausbauentscheidung
Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz mit Lederwaren und Sattlerwaren währungsbereinigt um 10,8 %. Bekleidung und Accessoires verloren dagegen 2 %. Auf diesen Bereich entfällt mehr als ein Viertel des Quartalsumsatzes.
Die unterschiedliche Entwicklung erklärt, warum Hermès gleichzeitig vorsichtig über China spricht und zusätzliche Produktionskapazitäten plant. Das Unternehmen verzeichnet keine einheitliche Nachfrageschwäche über seine Produktgruppen hinweg. Auch das US-Geschäft bietet Unterstützung: Laut Unternehmen wuchs es in allen Regionen und Kategorien.
Der bereits veröffentlichte Quartalsbericht liefert den Maßstab für diese Strategie. Der Konzernumsatz erreichte 4,096 Milliarden Euro. Das währungsbereinigte Wachstum von 4,3 % blieb hinter der von Reuters genannten Analystenerwartung von 5,2 % zurück.
Damit ist der Ausbau eine langfristige Entscheidung, kein Beleg für kurzfristig wieder stärkeres Konzernwachstum. Zusätzliche Kapazitäten allein beantworten nicht die Frage, wann sich die Nachfrage in China belebt.
Neue Kollektionen ergänzen den Wachstumskurs
Hermès bestätigte heute zugleich sein mittelfristiges Umsatzziel zu konstanten Wechselkursen. Für Januar 2027 kündigte das Unternehmen die erste Herrenmodekollektion von Grace Wales Bonner sowie Couture von Nadège Vanhée an.
Diese Vorhaben ergänzen den Ausbau der Lederwarenproduktion um neue modische Impulse. Ob sie die jüngste Schwäche bei Bekleidung und Accessoires ausgleichen können, ist damit nicht entschieden.
Für Anleger zählt daher die Trennung zwischen Plan und Geschäftsentwicklung: Hermès investiert weiter und hält an seinen mittelfristigen Ambitionen fest. Die jüngsten Zahlen zeigen zugleich, dass starke Lederwaren allein die Belastungen aus China nicht vollständig auffangen. Die Jahresergebnisse für 2026 sind für den 12.02.2027 geplant.
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