Eine deutliche Abstufung durch das Analysehaus Rothschild Redburn hat den Luxusgüterhersteller Hermès am gestrigen Donnerstag belastet. Die Experten senkten ihre Einstufung von Kaufen auf Neutral. Gleichzeitig reduzierten sie das Kursziel von 1.835 auf 1.410 Euro.
Als wesentliche Treiber für diesen Schritt nannten die Analysten die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen der Branche, vor allem auf dem chinesischen Markt, sowie gedämpfte Wachstumsperspektiven.
Wachsender Gegenwind auf dem chinesischen Markt
Die Zurückhaltung der Konsumenten in China wird für den Luxusgütersektor zur spürbaren Belastungsprobe. Rothschild Redburn passte in der Folge die Schätzungen für die Geschäftsjahre 2026 bis 2028 nach unten an. Für diesen Zeitraum erwartet das Institut beim Umsatz Abschläge von 2 bis 6 Prozent. Beim Gewinn je Aktie rechnet das Haus mit Kürzungen zwischen 5 und 10 Prozent.
Zugleich verweisen die Analysten für die Periode von 2026 bis 2029 auf ein erwartetes durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum von 9 Prozent. Zwar verfügt der französische Traditionskonzern weiterhin über eine solide Bruttomarge von 71 Prozent sowie eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von über 80 Prozent. Dennoch trüben die absehbaren Nachfragedämpfer im asiatischen Raum das kurzfristige Aufwärtspotenzial ein.
Mehrere Banken stutzen ihre Erwartungen
Die Neubewertung durch Rothschild Redburn steht nicht isoliert da, sondern fügt sich in eine Reihe vorsichtigerer Kommentare ein. Auch das Analysehaus JPMorgan hatte tags zuvor sein Kursziel von 1.800 auf 1.600 Euro zurückgenommen und die neutrale Einschätzung bestätigt. Hintergrund sind auch hier Konjunktursorgen und eine schwächere Nachfrage in China.
Für das dritte Quartal 2026 prognostiziert JPMorgan bei Hermès nun ein organisches Umsatzwachstum von 4,8 Prozent, nachdem zuvor noch ein Plus von 7,7 Prozent veranschlagt worden war.
Weitere Häuser passten ihre Kursziele in den vergangenen Tagen ebenfalls nach unten an, während vereinzelt positive Stimmen auf die langfristige Widerstandskraft der Marke verweisen. Als dämpfende Faktoren gelten neben der Makrolage in China auch auslaufende Preiserhöhungen in den USA sowie Währungseffekte.
Notierung testet Jahrestief
Die Skepsis der Marktbeobachter schlug sich unmittelbar im Handelsverlauf nieder. Im gestrigen Handel schloss das Papier mit einem Minus von 2,6 Prozent bei 1.302,50 Euro.
Damit bewegt sich der Titel in unmittelbarer Reichweite seines gestrigen 52-Wochen-Tiefs von 1.299,50 Euro. Für Anleger bleibt der weitere Geschäftsverlauf im wichtigsten Wachstumsmarkt China der entscheidende Faktor für eine nachhaltige Stabilisierung.
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