Highland Critical Minerals startet in die wohl wichtigste Explorationssaison seiner kurzen Geschichte. Zwei geologische Fragen müssen beantwortet werden — und ein Infrastrukturversprechen aus Ottawa könnte die Wirtschaftlichkeit des abgelegensten Projekts grundlegend verändern.
Kanadas Arktis-Investition als Rückenwind
Am 20. Mai kündigte die kanadische Bundesregierung mehr als 55 Millionen Kanadische Dollar für nördliche Infrastruktur an. Bis zu 50 Millionen davon fließen in Planung und Vorarbeiten für das Grays Bay Road and Port-Projekt — einen Tiefwasserhafen und eine 230 Kilometer lange Ganzwetterstraße in Nunavut. Genau diese Infrastruktur könnte die Logistikkosten im Yathkyed Lake Greenstone Belt deutlich senken, wo Highlands Goldprojekt Sy liegt.
Das Gebiet ist geologisch attraktiv: vier zusammenhängende Claims mit insgesamt 3.345 Hektar, vergleichbar mit den Meadowbank- und Meliadine-Lagerstätten. Historische Oberflächenproben lieferten Gehalte von bis zu 38,8 Gramm Gold pro Tonne, mehr als 40 hochgradige Goldvorkommen sind kartiert.
Alte Daten, neue Aufgabe
Das Problem: Die Beweislage für Sy stützt sich weitgehend auf historische Daten. Eine Luftgeophysik-Befliegung aus dem Jahr 2006 identifizierte 690 elektromagnetische Leiter, viele davon mit Bändereisenerz assoziiert — typisch für Goldmineralisierungen. Der jüngste technische Bericht nach NI 43-101 stammt jedoch aus 2007, aktuelle Mineralressourcen existieren nicht.
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Historische Bohrabschnitte aus den Jahren 1986 und 1987 zeigen Gehalte von 3,38 g/t Au über 3,5 Meter, 3,18 g/t Au über 7,0 Meter sowie 3,53 g/t Au über 6,2 Meter bei Jaeger East. Diese Werte zu validieren und mit moderner Geophysik zu erweitern, ist die Kernaufgabe des Sommerprogramms.
Church Lithium: Methode gewechselt
In Ontario steht das Lithiumprojekt Church vor einem eigenen Glaubwürdigkeitstest. Das 5.500 Hektar große Gebiet nahe Thunder Bay lieferte historische Stichproben mit bis zu 1,18 % Li₂O. Frühere Bodenuntersuchungen scheiterten jedoch an mächtiger Überdeckung — klare Lithiumanomalien blieben aus.
Das Management setzt nun auf eine hubschraubergestützte Radiometrie- und LiDAR-Kampagne, um bohrbereite Pegmatit-Ziele zu definieren. Liefert die Juniberfliegung klare Ergebnisse, gewinnt Church an Dynamik. Bleiben die Resultate vage, rückt Sy als primärer Kurstreiber in den Vordergrund.
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Schlanke Bilanz, enge Zeitlinie
Die Bilanz ist knapp. Eine Privatplatzierung im April brachte 400.000 Kanadische Dollar ein — 1,6 Millionen Aktien zu je 0,25 Kanadischen Dollar. Der Nettoverlust für das Geschäftsjahr 2025 lag bei rund 559.000 Kanadischen Dollar, die Marktkapitalisierung beträgt etwa 13,6 Millionen Kanadische Dollar.
Das Portfolio wurde zuletzt bereinigt: Nach einem Plan of Arrangement sank Highlands Beteiligung an Highland Red Lake Gold von rund 73 % auf 17 %. Aktionäre erhielten je Highland-Aktie 0,5 Anteile und 0,5 Warrants des ausgegliederten Unternehmens. Übrig bleiben ein Lithiumprojekt in Ontario und ein Goldprojekt in Nunavut.
Das Management will bis Ende 2026 eine NI-43-101-konforme Ressourcenschätzung vorlegen. Ob das gelingt, hängt von anhaltender Feldarbeit — und anhaltender Finanzierung — ab. An der Canadian Securities Exchange schloss die Aktie am 27. Mai bei 0,30 Kanadischen Dollar.
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