Hochtief Aktie: Rekordjagd gestoppt

Die Hochtief-Aktie verliert nach einer Herabstufung durch Santander, doch andere Banken wie die Bank of America bleiben optimistisch. Der Baukonzern präsentierte starke Jahreszahlen für 2025.

Hochtief Aktie
Kurz & knapp:
  • Santander stuft Bewertung von Outperform auf Neutral herab
  • Bank of America erhöht Kursziel deutlich auf 460 Euro
  • Starker Umsatz- und Gewinnsprung im Geschäftsjahr 2025
  • Auftragseingang legt um über 25 Prozent kräftig zu

Die Aktie des Baukonzerns Hochtief hat sich heute vom Freitag erreichten Rekordhoch bei 414 Euro entfernt. Der Kurs rutschte um 1,6 Prozent auf 398,20 Euro ab. Verantwortlich dafür ist eine Abstufung durch die spanische Bank Santander, die ihre Bewertung von „Outperform“ auf „Neutral“ senkte. Doch ist die Erfolgsgeschichte damit vorbei?

Trotz des Rückschlags liegt das Plus seit Jahresbeginn bei über 18 Prozent. Damit gehört Hochtief weiterhin zu den zehn erfolgreichsten Titeln im MDAX. Die beeindruckende Rallye begann während der Corona-Pandemie, als die Aktie unter 50 Euro notierte – seither hat sie sich mehr als verachtfacht. Den größten Schub erhielt der Kurs im Sommer 2025, nachdem der Entwurf für ein umfangreiches Infrastrukturprogramm beschlossen wurde.

Santander warnt vor überzogenen Erwartungen

Analyst Mariano Miguel von Santander begründet seine Abstufung damit, dass der Aktienkurs bereits ein „sehr rosiges Szenario“ für die US-Tochter Turner und den Konzern selbst einpreise. Diese optimistischen Erwartungen ließen sich aktuell noch nicht untermauern. Seit Miguel im August 2025 die Bewertung aufgenommen hatte, hat sich der Kurs mehr als verdoppelt – deutlich stärker als von ihm erwartet.

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Zwar hob der Analyst nach den am Donnerstag vorgelegten starken Quartalszahlen seine Gewinnschätzungen für die Jahre 2026 bis 2028 erneut an und schraubte sein Kursziel von 300 auf 324 Euro nach oben. Doch diese Anhebung reiche nicht mehr aus, um eine Kaufempfehlung zu rechtfertigen, so Miguel.

Dennoch zeigte sich der Santander-Experte beeindruckt vom Auftragseingang bei Turner Construction, der im vierten Quartal um 120 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zulegte. Auch die Aussagen von Vorstandschef Juan Santamaria Cases lobte er als optimistisch. Dieser rechnet konservativ geschätzt mit einem Umsatzbeitrag von Turner im Bereich Rechenzentren von 25 Milliarden Dollar für 2029 oder 2030.

Bank of America bleibt bullish

Ganz anders sieht es Analyst Marcin Wojtal von der Bank of America. Er bekräftigte seine „Buy“-Empfehlung und erhöhte das Kursziel deutlich von 396 auf 460 Euro. Damit liegt nur noch die französische BNP Paribas höher, die ihr Ziel auf 469 Euro angehoben hatte.

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Wojtal bewertet die Aktienstory weiterhin als „intakt“ und rechnet mit weiteren positiven Überraschungen. Der Ausblick für 2026 sei solide – und noch wichtiger: Er erscheine auch darüber hinaus belastbar. Für die US-Tochter Turner prognostiziert Hochtief ein Wachstum beim Vorsteuerergebnis von 25 bis 30 Prozent im laufenden Jahr. Der BofA-Experte verweist darauf, dass der Konzern bislang stets konservative Prognosen abgegeben und diese dann übererfüllt habe.

Starke Zahlen für 2025

Die Geschäftszahlen für das Jahr 2025 unterstreichen die positive Entwicklung. Der Umsatz stieg um fast 15 Prozent auf 38,2 Milliarden Euro, während der operative Konzerngewinn sogar um 26 Prozent auf 789 Millionen Euro kletterte. Für 2026 peilt das Management einen operativen Gewinn zwischen 950 und 1.025 Millionen Euro an.

Besonders bemerkenswert ist der Auftragseingang, der um satte 25,8 Prozent auf 52,6 Milliarden Euro zulegte. Angesichts dieser starken Auftragslage erscheint die Prognose für 2026 eher vorsichtig kalkuliert – was den Spekulationen über weitere positive Überraschungen zusätzlichen Raum gibt.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.