Gleich zwei Belastungsfaktoren drücken auf die Hsbc-Aktie in Hongkong. Neben den Umbauplänen im britischen Vermögensgeschäft sorgt nun auch eine mögliche Steueränderung auf dem chinesischen Festland für Unruhe. Die Papiere gaben am Donnerstag um 3,3 Prozent auf 144,9 Hongkong-Dollar nach.
Steuerreport belastet das Hongkonger Geschäft
Auslöser des jüngsten Rückgangs sind Medienberichte, wonach Steuerbehörden in Peking und Hangzhou einen Satz von 20 Prozent auf Erträge aus Hongkonger Offshore-Versicherungspolicen und Finanzprodukten anwenden. Damit würde eine langjährige Steuerlücke schrumpfen. Die Erträge aus Übersee würden dem heimischen Einkommensteuersatz angeglichen.
Für Banken mit starkem Vermögensverwaltungsgeschäft in Hongkong ist das heikel. Kunden vom Festland gelten dort als wichtiger Wachstumstreiber. Im Tagesverlauf büßte Hsbc zeitweise bis zu 2,8 Prozent ein. Der Konkurrent Standard Chartered traf es mit bis zu 3,9 Prozent noch stärker. Peking hatte die Steuerregeln zuvor bereits auf Offshore-Trusts ausgedehnt, um Kapitalabflüsse besser zu kontrollieren.
Umbau in Großbritannien sorgt für Skepsis
Hinzu kommt die Debatte um die britische Vermögensverwaltung. Die Bank will laut Berichten rund 70 Prozent der Finanzberaterstellen im britischen Wealth-Geschäft streichen, bei Führungs- und Spezialistenrollen fällt etwa die Hälfte weg. Wohlhabende Kunden sollen künftig stärker digital betreut werden.
Das Management verkauft den Schritt als Teil der Vereinfachung des Konzerns. Das Einsparziel der Bank liegt inzwischen bei 2 Milliarden Dollar. Institutionelle Investoren reagieren allerdings zurückhaltend. Sie fürchten, dass weniger persönliche Berater die Kundenbindung schwächen und die zuletzt starken Gebühreneinnahmen belasten könnten.
Belastend wirkte zudem der Ausverkauf britischer Staatsanleihen in dieser Woche. Die Gilt-Renditen stiegen auf den höchsten Stand seit 28 Jahren. Der Hang-Seng-Index gab am Donnerstag um rund 0,5 Prozent nach und bot dem Titel kaum Rückhalt. In London fiel die Aktie zuletzt um 4,4 Prozent auf 1.408 Pence.
Technisch startete der Titel im Verkaufsbereich in die Sitzung. Hinzu kommt ein Nettoverkauf durch Insider in den vergangenen zwölf Monaten. Ob sich die Berichte zur chinesischen Besteuerung bestätigen, hängt von weiteren Schritten der Behörden ab. Bislang liegen Meldungen aus zwei Städten vor.
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