Ein Gewinnsprung um fast ein Drittel, ein neuer Aktienrückrückkauf, bestätigte Jahresziele: Auf dem Papier liefert Hsbc ein starkes drittes Quartal. Die Börse reagiert trotzdem mit deutlichen Abschlägen. In Hongkong und London verlor die Aktie zeitweise rund sechs Prozent.

Gewinn über Vorjahr, aber unter den Erwartungen

Der Vorsteuergewinn stieg um 32 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar. Bereinigt um Sonder- und Währungseffekte legte er um rund zehn Prozent auf zehn Milliarden Dollar zu, auch dank höherer Zinsen. Die Eigenkapitalrendite erreichte 17,7 Prozent.

Analysten hatten allerdings noch mehr erwartet. Belastend wirkt eine Risikovorsorge von 1,4 Milliarden Dollar für Gewerbeimmobilien in Hongkong. Hinzu kommen steigende Betriebskosten und ein spürbar verlangsamtes Geschäft in der Vermögensverwaltung, das als Kerngeschäft gilt.

Den angekündigten Aktienrückkauf von bis zu einer Milliarde Dollar bis Jahresende nahm der Markt kaum honorierend auf. Die Jahresziele hält die Bank unverändert.

Rekordhoch liegt weit zurück

In Hongkong fiel der Kurs auf 133,60 Hongkong-Dollar. Seit dem Rekordhoch im August bei knapp 170 Hongkong-Dollar summiert sich das Minus auf mehr als ein Fünftel. In London rutschte das Papier zeitweise auf 12,77 Pfund.

Im Jahresverlauf liegt die Aktie in Hongkong dennoch knapp zehn Prozent im Plus. Mit einem Börsenwert von umgerechnet rund 260 Milliarden Euro bleibt Hsbc die wertvollste Bank außerhalb Chinas und der USA.

Die Zahlen belasteten den gesamten britischen Markt. Der FTSE 100 gab zeitweise rund ein Prozent nach, der Bankensektor war der schwerste Bremsklotz im europäischen Handel. Der STOXX 600 verlor 0,43 Prozent.

Zentralbanken als nächste Hürde

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Notenbanken. Die US-Notenbank dürfte am Mittwoch die Zinsen halten, die EZB am Donnerstag ebenfalls. Am Markt gilt eine weitere Zinserhöhung im Dezember als wahrscheinlich, da hohe Energiepreise die Inflationsrisiken im Euroraum anheizen.

Für Hsbc bleibt das Zinsumfeld eine tragende Säule des Ergebnisses. Entscheidend wird, ob die Bank die Kosten im Griff behält und die Vermögensverwaltung wieder anzieht. Der Rückkauf läuft zunächst bis Jahresende.