Hua Hong Semiconductor erlebt turbulente Stunden an der Börse. Während China technologische Meilensteine bei der Chipproduktion feiert, bricht der Aktienkurs massiv ein. Innerhalb der letzten 30 Tage verlor das Papier rund 41,6 Prozent an Wert.

In Shanghai startete die staatliche Aishengna-Gruppe die Massenproduktion eigener Lithografiesysteme. Diese DUV-Anlagen sind entscheidend für die heimische Halbleiter-Autonomie. Hua Hong zählt zu den ersten Empfängern dieser neuen Technik.

Für das laufende Jahr ist die Lieferung von fünf Einheiten geplant. Bis 2027 soll das Volumen auf rund 20 Geräte steigen. Die Maßnahme ist eine direkte Reaktion auf Exportkontrollen der USA. Im Frühjahr 2026 untersagten die amerikanischen Behörden Lieferungen für fortschrittliche Chip-Anlagen an bestimmte Standorte des Konzerns.

Operative Stärke trotz Gegenwind

Operativ zeigt sich der Konzern bisher widerstandsfähig. Der Umsatz im ersten Quartal kletterte um 22,2 Prozent auf rund 661 Millionen Dollar. Besonders die starke Nachfrage nach Mikrocontrollern und speziellen Flash-Speichern trieb dieses Ergebnis.

Das Management erwartet für das zweite Quartal Erlöse von bis zu 700 Millionen Dollar. Die Bruttomarge soll dabei zwischen 14 und 16 Prozent liegen. Parallel dazu treibt das Unternehmen den Ausbau der „Fab 9B“ in Wuxi voran. Dort liegt der technische Schwerpunkt auf speziellen 40-Nanometer-Verfahren.

Der Aktienkurs markierte zuletzt einen Stand von 14,20 Euro. Damit rückt das Papier in den überverkauften Bereich, was der Relative-Stärke-Index von 38,4 untermauert. Der offizielle Geschäftsbericht im August 2026 wird zeigen, wie effektiv die Integration der heimischen Anlagen in die bestehenden Fertigungslinien gelingt.