Der Hype um chinesische KI-Titel zeigt erste Bremsspuren. Hua Hong Semiconductor korrigiert um fast acht Prozent – nach einer fulminanten Rallye.

Die Aktie des in Hongkong notierten Chip-Herstellers notiert bei 18,60 Euro. Das sind 7,90 Prozent weniger als zum Wochenschluss. Der Rücksetzer kommt nicht überraschend. Noch am Donnerstag hatte das Papier bei 23,40 Euro ein 52-Wochen-Hoch markiert.

KI-Rallye trifft auf Realität

Der Rückgang ist eine Verschnaufpause, kein Trendbruch. In den vergangenen sieben Tagen steht immer noch ein Plus von 8,45 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Gewinn auf stolze 102,17 Prozent. Kein Wunder: Der chinesische Technologiesektor boomt.

Der Star 50 Index an der Börse Shanghai stieg seit Januar um 42,2 Prozent und markierte am Freitag ein Allzeithoch. Der Treiber ist klar: Chinas KI-Markt wuchs von geschätzt 23 Milliarden Dollar (2024) auf 31 Milliarden Dollar (2025). Bis 2030 soll er auf 142 Milliarden Dollar steigen – ein jährliches Wachstum von 35,5 Prozent.

Solide Zahlen, klare Strategie

Hua Hong profitiert direkt von dieser Entwicklung. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 660,9 Millionen Dollar, ein Plus von 22,2 Prozent. Der Nettogewinn explodierte um 458,1 Prozent auf 20,9 Millionen Dollar. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 13 Prozent – 3,8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Für das zweite Quartal rechnet das Management mit Erlösen zwischen 690 und 700 Millionen Dollar. Die Marge soll auf 14 bis 16 Prozent steigen. Das Wachstum kommt von höheren Preisen und größeren Stückzahlen.

Ausbau auf Hochtouren

Der Konzern investiert massiv. Im März startete der Bau von Fab 9B in der Provinz Jiangsu. Die Investitionsausgaben erreichten im ersten Quartal 924,9 Millionen Dollar. Schwerpunkt: die 12-Zoll-Fertigung.

Laut Unternehmensführung gibt es derzeit keine Probleme mit US-Exportkontrollen. Die Chips von Hua Hong stecken in Smartphones, PCs, Datenzentren und Autos. Der Fokus liegt auf ausgereiften Technologien – kein Glamour, aber solide Nachfrage.

Der jüngste Rücksetzer ist eine technische Korrektur nach einem atemberaubenden Lauf. Die fundamentale Geschichte bleibt intakt. Aber bei einer annualisierten Volatilität von 124 Prozent sollten Anleger mit Schwankungen rechnen. Der RSI von 57,9 deutet zumindest nicht auf eine Überhitzung hin.