Die Papiere von Hua Hong Semiconductor verzeichnen am heutigen Montag einen deutlichen Kursanstieg von 8,3 Prozent auf 15,55 Euro. Hintergrund der positiven Marktreaktion sind die jüngst vorgelegten Quartalszahlen, die die eigenen Erwartungen des Unternehmens übertrafen, sowie Fortschritte bei strategischen Erweiterungsprojekten.
Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und Berichten über neue US-Exportbeschränkungen profitiert der chinesische Chip-Auftragsfertiger von einer hohen Auslastung seiner Produktionskapazitäten.
Rekordergebnis im zweiten Quartal
Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 717,5 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 26,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und übertrifft die unternehmenseigene Prognose, die zwischen 690 und 700 Millionen US-Dollar gelegen hatte.
Besonders deutlich fiel das Wachstum beim Ergebnis aus: Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn stieg im Jahresvergleich um 385,9 Prozent auf 38,6 Millionen US-Dollar.
Die Bruttomarge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent. Getrieben wurde diese Entwicklung durch eine massive Auslastung der Fabriken, die im Berichtsquartal bei 102,8 Prozent lag.
Die monatliche Kapazität wurde von 489.000 Wafern (8-Zoll-Äquivalent) im ersten Quartal auf nun 508.000 Wafer gesteigert. Für das laufende dritte Quartal gab sich das Management zuversichtlich und prognostiziert einen Umsatz zwischen 770 und 780 Millionen US-Dollar bei einer Bruttomarge von 16 bis 18 Prozent.
Fortschritte bei Übernahmen und Kapazitätsausbau
Parallel zu den starken Geschäftszahlen treibt Hua Hong Semiconductor seine Expansion voran. Wie am Freitag bekannt wurde, hat die geplante Übernahme der Fab 5 von Huali Microelectronics die behördliche Genehmigung der chinesischen Wertpapieraufsicht CSRC erhalten. Der Abschluss der Transaktion wird innerhalb eines Monats erwartet.
Zudem beschleunigt das Unternehmen den Ausbau seines Projekts Wuxi Fab 9B. Dabei handelt es sich um eine spezialisierte 12-Zoll-Produktionslinie mit einer geplanten monatlichen Kapazität von 55.000 Wafern.
Das Investitionsvolumen für dieses Vorhaben beläuft sich auf rund 3,8 Milliarden Yuan (circa 563,7 Millionen US-Dollar). Die Fertigstellung ist für Januar 2027 geplant. Diese Maßnahmen unterstreichen das Ziel des Konzerns, die steigende Nachfrage nach Halbleitern aus heimischer Produktion zu bedienen.
Marktumfeld und Ausblick
Die positive Entwicklung bei Hua Hong Semiconductor steht im Einklang mit einem branchenweiten Aufschwung chinesischer Foundries. Auch der Wettbewerber SMIC konnte am vergangenen Donnerstag erstmals einen Quartalsumsatz von über 3 Milliarden US-Dollar vermelden.
Dennoch bleibt das politische Umfeld volatil: Medienberichten zufolge ordnete das US-Handelsministerium am 6. August einen Lieferstopp für bestimmte Werkzeuge durch US-Ausrüster an Hua Hong und dessen Tochtergesellschaften an.
Dennoch ist die Zuversicht am Markt derzeit hoch. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 92 Prozent. Während quantitative Bewertungsmodelle einen fairen Wert von 158,40 Hongkong-Dollar suggerieren, rechnen Marktbeobachter zudem mit potenziellen Kapitalzuflüssen in Höhe von etwa 267 Millionen US-Dollar durch indexbezogene Anpassungen. Die Veröffentlichung der vollständigen, ungeprüften Halbjahresergebnisse ist nach einem für den 26. August geplanten Board-Meeting vorgesehen.
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