Hua Hong Semiconductor erlebt einen harten Rückschlag. Erst am Mittwoch markierte die Aktie mit 24,95 Euro ein neues Jahreshoch. Einen Tag später folgte die Korrektur: Das Papier rutschte am Donnerstag um über acht Prozent ab. Der Kurs notiert aktuell bei 21,10 Euro.

Technologiewerte unter Verkaufsdruck

Der Rücksetzer trifft den gesamten chinesischen Sektor. Parallel dazu verlor der STAR Composite Index rund 3,5 Prozent. Besonders Hardware-Produzenten für KI-Anwendungen gerieten unter Druck.

Investoren sicherten nach der jüngsten Rallye ihre Gewinne. Hua Hong legte seit Jahresbeginn immerhin um über 120 Prozent zu.

Strategischer Ausbau trotz Handelsstreit

Die operativen Zahlen standen zuletzt im Kontrast zur Marktstimmung. Im Mai meldete das Unternehmen einen Nettogewinn von fast 21 Millionen Dollar. Das entspricht einer Vervierfachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz kletterte derweil um rund 22 Prozent auf 661 Millionen Dollar. Höhere Liefermengen bei Wafern trieben dieses Wachstum an.

Allerdings belasten Exportbeschränkungen der USA das langfristige Bild. Das US-Handelsministerium stoppte im April Lieferungen für moderne Chip-Anlagen. Diese Maßnahme zielt vor allem auf die 7-Nanometer-Fertigung ab.

Hua Hong fokussiert sich daher verstärkt auf den heimischen Markt. Die Übernahme der Schwesterfirma Shanghai Huali Microelectronics für 1,2 Milliarden Dollar soll die Kapazitäten sichern.

Fokus auf die Produktion in Wuxi

In Wuxi baut der Konzern seine Fertigung massiv aus. Die zweite Phase der dortigen Fabrik soll monatlich über 80.000 Wafer produzieren. Dabei konzentriert sich das Management vor allem auf Chips für die Automobilindustrie.

Das Kursniveau liegt derzeit noch 30 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt. Ein Test der Unterstützung bei 16,20 Euro könnte bei anhaltender Marktunruhe bevorstehen.