Die Husqvarna Group befindet sich in einer Phase des personellen und strukturellen Umbruchs. Während der schwedische Konzern mehrere Schlüsselpositionen im Top-Management neu besetzt, treibt die Unternehmensführung die Konzentration auf das Kerngeschäft durch den Ausstieg aus Randbereichen voran. Diese Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund eines herausfordernden Marktumfelds, das zuletzt durch eine schwache Nachfrage in Europa geprägt war.

Neubesetzungen in der Führungsebene

Im Finanzressort steht ein geplanter Wechsel unmittelbar bevor. Patrik Johnsson wird am 11. September die Rolle des Chief Financial Officer (CFO) übernehmen.

Johnsson wechselt vom Industrieunternehmen Indutrade zu Husqvarna, wo er seit 2018 als CFO tätig war und zuvor Erfahrungen bei Sandvik und ABB sammelte. Er tritt die Nachfolge von Terry Burke an, der das Unternehmen bereits am 31. Juli verlassen hat. Bis zum offiziellen Antritt von Johnsson wird die Position durch eine interne Übergangslösung abgedeckt.

Bereits am 1. August hat Lily Guo ihre Tätigkeit als Chief Procurement Officer aufgenommen. Diese Position wurde neu geschaffen, um den Einkauf des Konzerns strategisch zu stärken; Guo leitet die Abteilung von Hongkong aus.

Ein weiterer Wechsel steht für Anfang Dezember an: Anders Candell wird neuer Chief Information Officer (CIO) und folgt auf Robert Hafredal. Candell kommt vom Baukonzern Skanska und verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der digitalen Transformation, die er unter anderem bei Telia und Tele2 sammelte.

Fokus auf Kerngeschäft durch Portfolio-Bereinigung

Parallel zur personellen Neuordnung setzt Husqvarna den angekündigten Rückzug aus dem Bereich der Stein-Diamantwerkzeuge innerhalb der Construction Division um. Unternehmensangaben zufolge soll dieser Geschäftsbereich bis zum Jahresende 2026 vollständig eingestellt werden.

Die Maßnahme umfasst die Schließung von Produktionsstandorten in Belgien, Portugal und Griechenland sowie die Aufgabe aller weltweit damit verbundenen Servicezentren und Vertriebsaktivitäten.

Der Ausstieg betrifft etwa 200 Mitarbeiter. Finanziell wird die Einstellung des Geschäftsfeldes den Jahresumsatz voraussichtlich um rund 250 Millionen SEK reduzieren. Die Konzernführung erwartet durch diesen Schritt jedoch eine leicht positive Auswirkung auf die operative Marge innerhalb der Division, da unrentable Strukturen abgebaut und Ressourcen auf profitablere Segmente konzentriert werden.

Herausforderungen im operativen Geschäft

Die jüngsten Geschäftszahlen verdeutlichen den Druck, unter dem der Konzern steht. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete Husqvarna einen organischen Umsatzrückgang von 4 Prozent, während der berichtete Umsatz um 6 Prozent auf 14.383 Millionen SEK sank.

Insbesondere die schwache Nachfrage auf dem europäischen Markt sowie ungünstige Wetterbedingungen belasteten das Ergebnis. Im Gegensatz dazu konnte in Nordamerika über alle Divisionen hinweg ein solides Wachstum erzielt werden.

Das operative Ergebnis (EBIT) ohne Sondereffekte belief sich auf 1.950 Millionen SEK, was einer Marge von 13,6 Prozent entspricht. Gestützt wurde dieses Ergebnis unter anderem durch Rückerstattungen von Zöllen in Höhe von 240 Millionen SEK.

Dennoch wirkten sich die Kosteninflation und das geringere Absatzvolumen negativ auf die Ertragslage aus. Analysten wiesen in diesem Zusammenhang Mitte August darauf hin, dass das Unternehmen verstärkt auf Kosteneinsparungen setzt, um der allgemeinen Marktschwäche entgegenzuwirken.