Nach einem außergewöhnlich starken ersten Quartal war eine Abkühlung fast unausweichlich. Trotzdem hat Hypoport im zweiten Quartal nicht nur den Rohertrag gesteigert, sondern auch die Profitabilität deutlich verbessert. Der Berliner Finanztechnologiekonzern zeigt, dass Wachstum und Marge im aktuellen Umfeld kein Widerspruch sein müssen.

Im ersten Halbjahr 2026 legte der Rohertrag um 5 Prozent auf 138 Millionen Euro zu. Das EBIT wuchs mit 20 Prozent auf 19,3 Millionen Euro deutlich schneller als der Umsatz — die EBIT-Marge kletterte von 12 auf 14 Prozent. Unter dem Strich blieben 13 Millionen Euro Konzernergebnis übrig, ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Alle drei Segmente tragen bei

Das größte Segment, Real Estate & Mortgage Platforms, hielt sein Rohertragsniveau aus dem starken Vorjahreszeitraum und legte leicht zu — getragen von der Bewertungsplattform VALUE, während das Immobilienfinanzierungsvolumen stabil blieb. Im Segment Financing Platforms sorgten die Wohnungswirtschaft und die Unternehmensfinanzierung für Zuwachs, während das Ratenkreditgeschäft unter restriktiverer Kreditvergabe der Banken litt. Das Segment Insurance Platforms wuchs beim Rohertrag um 10 Prozent und schrieb erstmals seit längerem wieder ein positives Ergebnis.

CEO Ronald Slabke sprach von einer „erwartbaren Entschleunigung“ im zweiten Quartal, nachdem der Zinssprung im März für ein außergewöhnlich starkes erstes Quartal gesorgt hatte. Diese Verlangsamung zeigt sich auch in den Quartalszahlen: Umsatz und Rohertrag legten im zweiten Quartal nur noch um 3 Prozent zu, das EBIT lag mit 7,3 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert.

Ausblick bleibt unverändert

Für das Gesamtjahr hält Hypoport an seiner Prognose fest: mindestens 280 Millionen Euro Rohertrag und ein EBIT zwischen 40 und 55 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Konzern 266 Millionen Euro Rohertrag und 33 Millionen Euro EBIT erreicht. Slabke verwies darauf, dass geopolitische Spannungen das Marktumfeld in der zweiten Jahreshälfte belasten könnten, sieht das Unternehmen aber weiter auf Kurs, Marktanteile zu gewinnen.

Für das vierte Quartal erwartet der Vorstand traditionell den höchsten EBIT-Beitrag des Jahres — ein saisonales Muster, das sich in den vergangenen Jahren wiederholt hat. Sollte sich dieser Effekt 2026 erneut bestätigen, dürfte die Marge im Gesamtjahr weiter zulegen als noch im ersten Halbjahr.