IAB erwartet schrumpfende Beschäftigung in den Bundesländern

Demografischer Wandel und Industrieschwäche belasten den Arbeitsmarkt, während die Erwerbslosenzahlen in einigen Regionen zurückgehen.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Nur drei Länder mit leichtem Stellenplus
  • Saarland verzeichnet stärksten Beschäftigungsrückgang
  • Weniger Arbeitskräfte dämpfen Erwerbslosenzahlen
  • Industrie plant weiterhin zurückhaltend

Trotz leicht verbesserter Konjunkturaussichten wird die Beschäftigung in Deutschland im kommenden Jahr in fast allen Regionen schrumpfen. Lediglich drei Bundesländer verzeichnen 2027 noch ein leichtes Plus bei den Arbeitsplätzen: Berlin mit 0,7 Prozent sowie Brandenburg und Niedersachsen mit jeweils 0,1 Prozent. Dahinter stehen vor allem der Renteneintritt geburtenstarker Jahrgänge und die anhaltende Schwäche der Industrie.

Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland geht die Zahl der Beschäftigten im Schnitt um 0,1 Prozent zurück. Besonders deutlich fällt das Minus im Saarland mit 1,3 Prozent aus. In Thüringen beträgt das Minus 0,7 Prozent, während Bremen und Sachsen-Anhalt Einbußen von jeweils 0,6 Prozent erwarten.

Demografie dämpft die Arbeitslosenzahlen

Weniger Beschäftigung bedeutet allerdings nicht automatisch einen flächendeckenden Anstieg der Erwerbslosigkeit. Weil viele ältere Arbeitnehmer in den Ruhestand wechseln und weniger Zuwanderer auf den Markt drängen, sinkt das Arbeitskräfteangebot spürbar.

Dadurch gehen die Arbeitslosenzahlen in mehreren Regionen sogar zurück. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet mit einem Minus von 3,9 Prozent den stärksten Rückgang, gefolgt von Thüringen mit 1,8 Prozent. Bei den Quoten bleibt das Gefälle zwischen den Ländern groß: Bayern weist mit 4,1 Prozent die niedrigste Quote auf, während Bremen mit 11,3 Prozent am oberen Ende liegt.

Strukturkrise im verarbeitenden Gewerbe

Eine allgemeine Trendwende am Arbeitsmarkt ist das dennoch nicht. Vor allem industrielle Kernregionen geraten unter Druck, da das verarbeitende Gewerbe mit tiefgreifenden Problemen kämpft. Die leichte konjunkturelle Aufhellung reicht bisher nicht aus, um diesen strukturellen Wandel auszugleichen.

Zudem reagiert der Arbeitsmarkt traditionell mit Verzögerung auf wirtschaftliche Wendepunkte. Bis eine Erholung der Gesamtwirtschaft tatsächlich bei den Stellenangeboten der Betriebe ankommt, vergehen erfahrungsgemäß mehrere Monate. Die Personalplanungen in der deutschen Industrie dürften daher auch 2027 vorerst von Zurückhaltung geprägt bleiben.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.