Iberdrola Aktie: Rekordergebnis übertrifft Erwartungen

Der spanische Energiekonzern Iberdrola erzielte 2025 einen Rekordgewinn von 6,23 Milliarden Euro, getrieben vom Netzgeschäft, und kündigt eine weitere Dividendensteigerung an.

Iberdrola Aktie
Kurz & knapp:
  • Netzgeschäft als Hauptwachstumstreiber mit 21% EBITDA-Plus
  • Investitionen von 14,5 Milliarden Euro, zwei Drittel in Netze
  • Dividende steigt auf 0,68 Euro je Aktie
  • Ziel: Nettogewinn soll bis 2028 über 7,6 Milliarden Euro liegen

Der spanische Energieriese Iberdrola hat heute seine Jahreszahlen für 2025 vorgelegt – und liefert einmal mehr ab. Der bereinigte Nettogewinn kletterte um 10,3 Prozent auf 6,23 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA legte um 3 Prozent auf 15,68 Milliarden Euro zu. Damit traf das Unternehmen exakt seine eigene Prognose und die Konsensschätzungen der Analysten. Doch die Aktie? Die reagierte gestern kaum – trotz der soliden Zahlen verharrte sie mit einem Minus von 0,45 Prozent bei 19,77 Euro, nur knapp unter ihrem Rekordhoch von Mitte Februar.

Das Netzgeschäft erweist sich als klarer Wachstumsmotor: Das EBITDA in diesem Bereich schoss um 21 Prozent nach oben, getrieben von höheren regulierten Vermögenswerten in Großbritannien und den USA. Die regulierte Vermögensbasis (RAV) wuchs binnen Jahresfrist um 12 Prozent auf knapp 51 Milliarden Euro – ein beachtlicher Sprung. Allein in Großbritannien sicherte sich Iberdrola im Rahmen von RIIO-T3 ein Investitionsvolumen von 14 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre im Übertragungsnetz. CEO Ignacio Galán sprach von einer „Transformation“ für die Tochter ScottishPower: „Die RAV im Übertragungsbereich wird 2030 genauso hoch oder höher sein als die im Verteilnetz.“

Milliarden-Investitionen in Netze zahlen sich aus

Zwei Drittel der Gesamtinvestitionen von 14,46 Milliarden Euro flossen 2025 ins Netzgeschäft – vor allem in Großbritannien und den USA. In den USA wird die neue Interconnector-Leitung zwischen Kanada und Massachusetts ab diesem Jahr zusätzliche 125 Millionen Euro pro Jahr zum Gruppen-EBITDA beisteuern. In Brasilien wurden mehrere Übertragungsprojekte fertiggestellt, die zusammen 250 Millionen Euro jährlich beitragen. Zudem verlängerte der Regulator die Verteilnetzkonzession von Neoenergia um 30 Jahre – bis 2060.

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Der operative Cashflow verbesserte sich um 8,2 Prozent auf 12,81 Milliarden Euro, die Nettoverschuldung sank um 1,5 Milliarden auf 50,2 Milliarden Euro. Das Verhältnis von operativem Cashflow zu bereinigter Nettoverschuldung erreichte komfortable 25,5 Prozent, der Verschuldungsgrad (EBITDA) fiel auf das Dreifache. CFO Pepe Sainz zeigte sich zufrieden: „Unsere Finanzierungsstrategie wurde als beste weltweit ausgezeichnet.“

Ausblick: Gewinn soll bis 2028 auf über 7,6 Milliarden Euro klettern

Für 2026 peilt Iberdrola einen bereinigten Nettogewinn von mehr als 6,6 Milliarden Euro an – das entspräche einem weiteren Anstieg um rund 6 Prozent. Bis 2028 will das Management die Marke von 7,6 Milliarden Euro übertreffen. Die Dividende für 2025 soll auf 0,68 Euro je Aktie steigen, ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit setzt Iberdrola seine Serie von zehn aufeinanderfolgenden Dividendenerhöhungen fort.

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Im Geschäftsbereich Strom und Kunden gab es hingegen Gegenwind: Das EBITDA fiel um 10 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro, belastet durch niedrigere Marktpreise und höhere Zusatzkosten für Systemdienstleistungen in Spanien. Dennoch brachte Iberdrola 2,7 Gigawatt neue Kapazität ans Netz, weitere 4,7 Gigawatt befinden sich im Bau. Die gesamte Stromerzeugung für 2026 ist bereits verkauft – zu zwei Dritteln über langfristige Verträge und regulierte Abnahmevereinbarungen.

Analyst Fernando Garcia von RBC bewertete die Zahlen als „solide“ und die Prognose für 2026 als „leicht über den Erwartungen“. JPMorgan-Analyst Javier Garrido erwartet, dass die Aktie kaum reagieren wird, da die Guidance als konservativ eingestuft werde. Bleibt abzuwarten, ob die ambitionierten Netzausbaupläne und die wachsende Nachfrage aus Rechenzentren dem Kurs neuen Schwung verleihen können.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.